Am Sa, den 31.3. 2012 findet die 32.IGD-Jahreskonferenz in der Kölner Stadthalle statt.
Das Motto: "Iman im Herzen-Aufrichtigkeit im Leben"
= قل آمنت بالله ثم استقمِ
Interessante Referenten, Podien, Künstler, Ehrung der Sieger im Quranwettbewerb versprechen einen unvergesslichen Tag.
IGD-Presseerklärung zum Urteil: „Muslim darf nicht Lehrer werden“
Am 11.01.12 entschied das Bayrische Verwaltungsgericht München über die Klage eines Bewerbers auf Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Probe. In der Pressemitteilung des Gerichts heißt es, dass der Kläger der Muslimbruderschaft und der Islamischen Gemeinde in Deutschland nahestehe. Eine nach außen erkennbare Distanzierung von der gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung gerichteten Ideologie dieser Gruppierung, hätte das Gericht durch den Kläger nicht erkennen können.
Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:
Das Gericht scheint sich in der Einschätzung bezüglich der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) ausschließlich an den Berichten und Aussagen des Verfassungsschutzes orientiert zu haben und sie als Fakt anzunehmen. Es wird nicht deutlich, inwieweit sich das Gericht eine eigene Meinung mittels Auseinandersetzung mit den Aussagen und Publikationen der IGD gebildet hat. Die scheinbar oberflächliche Arbeitsweise zeigt sich auch in der falschen Namensverwendung in der Pressemitteilung des Gerichts vom 12.01.2012[1].
Der Verfassungsschutz skizziert in seinen Berichten immer wieder angebliche Verbindungen zu Organisationen und Aussagen von Personen außerhalb Deutschlands und stellt diese als Überzeugung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) dar. Häufig sind die erwähnten Personen Gelehrte der arabischen Welt, die einen hohen Bekanntheitsgrad und großen Zuspruch der Muslime weltweit erfahren. Dass die IGD und ihre Verantwortlichen in bestimmten Punkten andere und zum Teil gegenteilige Positionen vertreten, wird geflissentlich übergangen. Ein anderer Vorwurf des Verfassungsschutzes ist beispielsweise, dass die IGD ihren Anhängern Freiräume für eine an Koran und Sunna orientierte Lebensweise ermöglichen will. Dies zeigt viel mehr, dass der Verfassungsschutz ein grundsätzliches Problem mit dem Islam hat, weil Koran und Sunna die primären Quellen desselben sind. Analog wäre die Forderung an die Christen, nicht nach Christi Vorbild zu leben. Wie absurd eine solche Erwartungshaltung ist, braucht nicht weiter diskutiert zu werden.
Weiterhin wird der IGD vorgeworfen, zielgerichtet und beharrlich die Schaffung von gesellschaftlichen „Freiräumen“ anzustreben, in denen säkulare gesellschaftliche Konventionen und westlich geprägte pluralistische Normen nicht gelten, sondern die von der Organisation praktizierten islamistischen Wertvorstellungen Anwendung finden sollen. Wie der immer wieder verwendete Begriff des „Freiraums“ zu verstehen ist, wird nicht deutlich. Welchen Schaden eine vereinheitlichte Denkweise einer Gesellschaft zufügen kann, kennen wir aus unserer deutschen Geschichte und halten eine solche Vorstellung für nicht erstrebenswert. Welche säkularen gesellschaftlichen Konventionen und westlich geprägte Normen gemeint sind und ob in der deutschen Gesellschaft ein einheitliches Verständnis über sie besteht, wird ebenfalls nicht klar. Inwieweit hier die Meinung des Verfassungsschutzes ausschlaggebend ist und ob nicht doch Gesetze und die damit verbundenen Normen Maßstab sind, überlassen wir der Vernunft des Lesers. Auch die sogenannten „islamistischen Wertvorstellungen“ werden nicht näher spezifiziert. Inwieweit beispielsweise Ehrlichkeit, Demut, Gottesehrfurcht, Rechtschaffenheit oder Freiheit, im Islam fest verankerte Wertvorstellungen, eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen, erschließt sich uns nicht.
Abschließend können wir die Gerichte und jeden mündigen Bürger nur dazu aufrufen, die Berichte des Verfassungsschutzes kritisch zu hinterfragen. Insbesondere nach den Erfahrungen mit der NSU und der Rolle der Verfassungsschützer in diesem Zusammenhang, ist dies ein Gebot der Stunde, welches nicht übergangen werden sollte. Daher fordern wir die Stadt München auf, ihre Entscheidung, den muslimischen Lehrer nicht einzustellen, zu überdenken. Das Festhalten an dieser Entscheidung ist ein verheerendes Signal an die Muslime in diesem Land. Es richtet sich sowohl gegen die Integration der muslimischen Organisationen, als auch der muslimischen Jugend in die Zivilgesellschaft. Denn die Strafe für diejenigen, die sich für ein besseres Miteinander in Deutschland einsetzen, ist ein Berufsverbot im Staatsdienst. In jedem Fall werden wir nicht müde werden, uns zum deutschen Grundgesetz zu bekennen und sind der Überzeugung, dass es keinen Widerspruch zwischen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und einer am Islam orientierten Lebensweise gibt.
Samir Falah
Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland
The Federation of Islamic Organisations in Europe condemns the horrific attacks on churches in Nigeria
26.12.2011- The Federation of Islamic Organisations in Europe condemns in the strongest terms the horrific attacks on a number of churches in Nigeria, and expresses its great pain for the tens of innocent victims, who were celebrating the Christian festival inside.
No doubt that these horrendous attacks, and their bloody outcome, are acts condemned by all conventions, religions, and norms, and cannot be justified in any way. Needless to say, Islam explicitly prohibits the shedding of the blood of innocents, threatening their safety, or violating the sanctity of places of worship, and terrorising the worshippers within.
The Federation of Islamic Organisations in Europe expresses its deep concern for the cycle of bloody violence witnessed in Nigeria recently, which reached new heights in attacks on churches in the celebration season.
The Federation emphasises that concern for Nigeria’s present and future requires supporting the religious and cultural diversity of the people, and collective action by Muslims and Christians against all that threatens the ties of peaceful co-existence in local communities. Dialogue remains the only way to address any problems or complaints, while protecting communal peace, preserving life, and rejecting violence and terror.
These recent developments require action by Nigeria’s scholars, wise people, and religious leaders, as well as politicians, the media, and public opinion leaders in local communities, of all constituencies and sects, to common and persevering efforts to combat the trends of extremism, reinforce mutual understanding, and contribute to spreading peace in society; this is the ideal response to the recent attacks.
Weihnachts- und Neujahrsgrußbotschaft des Zentralrates der Muslime in Deutschland 2011
„Oh ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennen lernt. Der Angesehenste von euch bei Gott, das ist der Gottesfürchtigste von euch. (Koran, Sura 49:13)
Die Verschiedenartigkeit und bunte Vielfalt der Menschen ist ein Zeichen Gottes. Der Grund der Verschiedenheit der Menschen ist, damit sie einander kennen lernen mögen, sich gegenseitig austauschen und einen Dialog auf Augenhöhe führen.
Maßstab und Bewertung aller Menschen ist also nicht ihre Volks- oder Rassenzugehörigkeit, sondern ihre Rechtschaffenheit.
Zu wenige von uns haben in der Vergangenheit hierzulande hingeschaut, zu wenige verstanden und empfunden, dass die rassistischen Übergriffe auf andersgläubige Menschen, Moschee- und Synagogen-Attentate , Anschläge auf türkische Wohn- und Geschäftsstraßen nur die Spitze eines Eisberges sind. Ein Eisberg der überdies in den letzten Jahren an Größe zunahm und mit ihm das fehlende Bewusstsein, dies gehe ´mir ja nichts an´ oder dies sei ja alles nicht so schlimm. Diese Anschläge stellen im Grunde genommen Anschläge auf unsere gesamte Gesellschaft dar.
Albert Einstein hat einmal gesagt: „Die Welt ist viel zu gefährlich, um darin zu leben – nicht wegen der Menschen, die Böses tun, sondern wegen der Menschen, die daneben stehen und sie gewähren lassen“.
Und dass der Rassismus – der Naziterror ist nur eine furchtbare und extreme Form dieser Menschheits-Geißel - sich wie ein Virus in unsere Gesellschaft hinein frisst und zunimmt, das belegen seit Jahren die Statistiken. Davor warnen seit geraumer Zeit anerkannte und namhafte Persönlichkeiten und wissenschaftliche Studien in unserem Land. Niemand darf und kann heute behaupten, dass dies alles überraschend passiert ist.
Wir brauchen jetzt die Stimmen der Kirchen, der Christinnen und Christen, aber auch aller Menschen guten Willens, Bürgerinnen und Bürger mit humanistischer Gestaltungkraft, die die Stimme der Solidarität, des Für-einander-einstehen, des Mitgefühls für den Fremden, für den Nachbarn für seine Mitbürgerin deutlich erheben. Wann, wenn nicht jetzt in der Adventszeit und zu Weihnachten, dem Fest der Liebe und des Friedens? Unsere Gesellschaft braucht solche Visionen, die dann zu gestalterischen Kraft gedeihen und die schließlich unser Land zum Besseren, zum Wohle verhelfen.
Denn fehlendes Verantwortungs- und Mitgefühl, ein sich immer stärker ausbreitender Egoismus, der zunehmend die Werte wie die Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Empathie für den Schwächeren verdrängt zerstört unsere Gesellschaft von innen heraus.
Schlusserklärung der Mitgliederversammlung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD
Am 17. und 18.12.11 hat die Mitgliederversammlung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) in Wesel stattgefunden. Es herrschte mit der Gnade Allahs eine brüderliche Atmosphäre, bei der sich die Mitglieder mit den aktuellen Herausforderungen der Muslime in Deutschland und insbesondere der IGD, sowie Europa und der Arabellion beschäftigt haben. Zum Einen wurden die Berichte des Aufsichtsrats, des Vorstands und der Regionalverantwortlichen kritisch hinterfragt und besprochen. Zum Anderen wurden aktuelle und zukünftige Projekte und Kampagnen, wie zum Beispiel der „Tag des Nachbarn“ erörtert und gemeinsam an der Planung gearbeitet. Auch hat der erste stellvertretende Vorsitzende der FIOE, Dr. Ayman Aly, mit den Mitgliedern die aktuellen Prioritäten auf europäischer Ebene diskutiert. Die Mitgliederversammlung hat dem Vorstand und dem Aufsichtsrat, sowie allen Gremien der IGD für ihre Arbeit des letzten Jahres gedankt und folgende Punkte beschlossen: Die IGD sowie ihre Mitglieder und Institutionen sind aufgefordert, sich weiterhin positiv in die Gesellschaft einzubringen und ihre Aktivitäten in dieser Richtung auszuweiten und zu vertiefen. Die Kampagne „Proaktiv für Deutschland“ ist in der IGD und ihren Partnerorganisationen positiv aufgenommen worden. Diese Art von Projekten ist weiterhin notwendig und muss in einem breiteren Rahmen in die Institutionen der IGD und ihrer lokalen Partner eingeführt und umgesetzt werden. Die Mitgliederversammlung nimmt mit Sorge die sich weiter verbreitende Islamfeindlichkeit in Europa und Deutschland wahr. Gerade in der Diskussion um den Umgang der Behörden mit den Ereignissen um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) muss es Priorität in Deutschland sein, Individuen und jegliche Einrichtungen, insbesondere Moscheen zu schützen. In diesem Zusammenhang hat die Mitgliederversammlung mit Bestürzung aufgenommen, dass einzelne Mitglieder der IGD auf der Namensliste der NSU stehen. Der Umgang der Behörden mit diesem Bedrohungsszenario wurde zum Teil als ungenügend beschrieben. Auch ist ein tiefgreifender Diskurs in der Gesellschaft um den Rechtsradikalismus und insbesondere seine terroristischen Auswüchse notwendig. Aktionismus und teilweise vorgeschobene Maßnahmen packen das Problem nicht an der Wurzel. Mit tiefer Sorge hat die Mitgliederversammlung die aktuelle wirtschaftliche Situation und Finanzkrise diskutiert. Um diese Herausforderung angehen zu können, muss auf allen Ebenen die Bereitschaft existieren, die Ursache der aktuellen Situation zu ermitteln, um nachhaltige Lösungen entwickeln zu können. Die Mitgliederversammlung sieht sich in der Pflicht, ihren Beitrag in diesem Sinne zu leisten und sich an dem Diskurs um die Entwicklung von Lösungen mit allen Teilen der Gesellschaft zu beteiligen. Die Mitgliederversammlung beglückwünscht die arabischen Völker für ihre Arabellion und wünscht ihnen auf dem Weg in die Freiheit zu mehr Menschenrechten und Demokratie Gottes Segen und Erfolg auf allen Ebenen. Es wird in aller Schärfe die gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt Gewalt und der Terror der Diktaturen verurteilt. Alle Menschen müssen das Recht auf freie Meinungsäußerung und Wahl ihrer Vertreter haben. Die Mitgliederversammlung fordert alle freien Menschen und Regierungen, insbesondere die deutsche Bundesregierung und Bevölkerung auf, die Bestrebungen der nach Freiheit rufenden Völker zu unterstützen. Die Mitgliederversammlung hat insbesondere die aktuelle Situation in Syrien aber auch im Jemen hervorgehoben, in denen die Menschen von den Diktaturen regelrecht abgeschlachtet werden. Neben der humanitären Hilfe sind der Schutz der Zivilbevölkerung sowie mehr politische Unterstützung notwendig. Die Mitgliederversammlung beglückwünscht das tunesische und ägyptische Volk zu ihren freien und fairen Wahlen und ruft sie dazu auf, den Weg zu Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie nachhaltig zu verfolgen. Die Mitgliederversammlung hat ihre Bereitschaft bekräftigt, Brückenbilder in die arabische und muslimische Welt zu sein, um Austausch und Erfahrungen in beide Richtungen zu ermöglichen und ihren Beitrag hin zu einer besseren Welt zu leisten. Wesel, den 18.12.2011
Zum Tag der Menschenrechte erhält die erste arabische Frau den Friedensnobelpreis
07.12.11-ZMD traf Tawakkul Karman erstmals in Berlin - Empfang im Auswärtigen Amt
Heute zum Tag der Menschenrechte wird im Rathaus von Oslo der Friedensnobelpreis an Tawakkul Karman aus Jemen und die Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf sowie die Bürgerrechtlerinnen Leymah Gbowee, beide aus Liberia, überreicht. Die ZMD-Generalsekretärin Nurhan Soykan beglückwünschte bereits die Preisträgerinnen direkt nach der Bekanntgabe im Oktober (siehe unterer Link)
„ Dass am Internationalen Tag der Menschenrechte drei Frauen den Friedensnobelpreis erhalten, ist ein besonders Zeichen, dass der Kampf für Menschenrechte und Frieden in der Welt in vieler Hinsicht der emsigen und standhaften Arbeit der Frauen zuzuschreiben ist“.
Tawakkul Karman (32) wurde zur wichtigsten Stimme der jemenitischen Jugendbewegung und ist die erste arabische Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Die verheiratete Mutter von drei Kindern gilt als Mutter der jemenitischen Revolution.
ZMD gratuliert Amina Erika Theissen zum Bundesverdienstkreuz am Bande
ZMD-Frauenbeauftragte Houaida Taraji: Dies macht uns muslimische Frauen sehr stolz
Am 7.12.2011 verlieh die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft das Bundesverdienstkreuz an die muslimische Aktivistin Amina Erika Theissen in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Abends wurde das Ereignis gebührend in Köln-Ehrenfeld in den Räumen des Begegnungs- und Fortbildungszentrums muslimischer Frauen e. V. (BFMF) gefeiert.
Im Namen des Zentralrates der Muslime gratulierte Houaida Taraji (ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie) der Jubilarin und übermittelte die herzlichen Grüße des gesamten Vorstandes.
„Endlich eine muslimische Frau, die neben den 4 deutschstämmigen Muslimen Bashir Dultz, Mohammed Aman Hobohm, Dr. Murad Wilfried Hofmann und Abdullah Borek (alles Mitglieder des ZMD) das Bundesverdienstkreuz erhalten hat. Dies macht uns muslimische Frauen sehr stolz´, sagte Frau Taraji in einem Grußwort.
Amina Theissen steht dem ZMD nahe und sorgt auch mit Wort und Tat für eine Beheimatung des Islams und der Muslime in Deutschland, so Taraji weiter. Sie ist die treibende Kraft eines multikulturellen und multireligiösen Bildungs- und Beratungswerkes in Köln-Ehrenfeld.
Der Abend wurde durch ein reichhaltiges Buffet und orientalische Musik abgerundet
Am Tag von Aschura fanden den Überlieferungen nach wichtige Ereignisse statt. Auf diesen Tag soll die Erschaffung Adams gefallen sein. Außerdem hat Noah an diesem Tag die Arche verlassen, Jakob erhielt sein Augenlicht wieder und die Kinder Israels konnten erfolgreich vor dem Pharao fliehen, der an dem Tag ertränkt wurde.
Dieser wichtige Tag ist der zehnte Tag im Monat Muharram. Das Wort Ashura kommt vom arabischen Zahlwort ´ashara, welches Zehn bedeutet.
Als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Allah für die Errettung seines Volkes vor dem Pharao, pflegte der Prophet Musa (as) an diesem Tag zu fasten. Unser Prophet Muhammad (sas) führte diese Tradition weiter, sodass es allen Muslimen empfohlen ist, dies ebenfalls zu tun. Freiwillig ist es ebenfalls empfohlen, auch den Tag davor, den neunten Tag des Monats Muharram zu fasten.
Das Fasten am Tag Ashura gibt uns die Möglichkeit, dank Allahs großer Gnade, dass uns die Sünden des vorigen Jahres vergeben werden. Je mehr Tage im Monat Muharram gefastet werde, desto besser…. denn „Allah schenkt seine Barmherzigkeit in besonderer Weise, wem Er will.“ (2:105)
Deshalb, liebe Geschwister, lasst uns den Entschluss fassen, so oft wie möglich zu fasten und gute Taten zu begehen in der Hoffnung, dass Allah unsere Taten und Absichten annimmt. Amin!
The Federation of Islamic Organisations in Europe congratulates Muslims on the new Hijri year
The Federation of Islamic Organisations in Europe extends its heartfelt felicitations to Muslims in all parts of the European Continent, and throughout the Muslim Ummah, on the advent of the new Hijri year (1433H).
This is an auspicious occasion intimately linked to the journey of migrationùthe Hijraùundertaken by the noble Messenger, Muhammad, peace be upon him, from Makkah in search of freedom of creed, and to elevate the word of truth far away from repression, promulgate the message of mercy to all creation, and establish society on the foundations of belief and security, human values and distinguished moral principles, while rejecting oppression and authoritarianism, reinforcing the ties of mutual compassion and brotherhood, and respecting religious and cultural diversity, and pluralism between the various constituents of society in Madinah.
No doubt that the beginning of the new Hijri year is an important event for Muslims of Europe and their institutions, and provides an opportunity to review performance, develop efforts, and achieve greater advances in the reality of the Muslim presence in these European countries and societies. Moreover, it is a further opportunity to reinforce efforts of communication, accord, and cooperation with partners in society and citizenship in Europe.
The past Hijri year (1432H) witnessed many developments in Europe and the world, and it is worthwhile to profit from the gains, study the difficulties, deal with the challenges, derive the lessons from these experiences and strive for a better future in diverse fields, while supporting opportunities for the success of future generations.
The Federation of Islamic Organisations in Europe asks Allah, Most Supreme, All Capable, to make this new Hijri year full of prosperity and security, mutual understanding and solidarity, for our European societies, the Muslim Ummah, and all humanity.
PM: Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) ruft zur Aufklärung und Bekämpfung des rechtsradikalen Terrorismus auf
Köln, 15.11.2011: Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland(KRM) ruft zur Aufklärung und Bekämpfung des rechtsradikalen Terrorismus auf
Der Koordinationsrat der Muslime ruft Politik und Justiz auf, rechtsradikalen Rassismus und ihre terroristischen Auswüchse nicht mehr zu bagatellisieren, sondern entschieden zu bekämpfen, damit diesem Terror keine weiteren Menschen aufgrund der ethnischen Herkunft oder religiöser Überzeugung zum Opfer fallen. Der KRM verfolgt mit großer Sorge und Wachsamkeit die aktuellen alarmierenden Erkenntnisse hinsichtlich des rechtsradikalen Terrorismus und seiner Netzwerke in Deutschland.
Die Tatsache, dass seit geraumer Zeit rechtsradikale Terroristen unbehelligt durch Deutschland ziehen können, dabei kaltblütig mehrere Menschen hinrichten, Terroranschläge verüben und bis heute von Sicherheitsbehörden als Terrorzelle unentdeckt operieren können, verunsichert und beängstigt. Es ist sehr bedenklich, dass die Bundes- und Landessicherheitsbehörden diese schreckliche Verbrechen und Morde bisher nicht als rassistische und terroristische Taten erkannt haben. Der KRM befürchtet, dass durch diese folgenreichen Fehlbeurteilungen rechtsradikale, gewaltbereite Extremisten in ihrem Tatendrang ermutigt wurden und weiterhin ermutigt werden könnten.
Unverständlich ist in diesem Zusammenhang auch die Verweigerung im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz (DIK), die Thematik des zunehmenden, gewaltbereiten Rechtsradikalismus auf die Agenda zu setzten, die obwohl bereits zu dem Zeitraum die Feststellung der muslimischen Religionsgemeinschaften einer zunehmenden Radikalisierung in rechten Milieus und den damit verbundenen zunehmenden Anschläge auf Migranten und Moscheen vorlag.
„Die Verunsicherung ist sehr groß, ebenso der Aufklärungsbedarf. Deutschlandweit sind ungeklärte Anschläge auf Einwanderer, aber auch auf ihre Gebetsstätten zu verzeichnen, die nunmehr neu diskutiert werden. Unter diesen Umständen ist die Stimmungslage zwischen fassungslos, verstört und verängstigt zu verorten. Der Aufklärungsprozess muss den radikalisierten, gewaltbereiten Milieus klar signalisieren, dass dies mit der gebotenen Härte der Rechtsstaatlichkeit geahndet wird und die Sicherheit aller Bürger, in diesen konkreten Fällen der Migranten, immer im Vordergrund steht.“ sagte Alboða, Sprecher des KRM.
Daher ruft der KRM die Politik und Justiz auf, das rechtsradikale Netzwerk, ihre Auswüchse und den Rassismus nicht mehr zu verharmlosen und die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, damit das Morden ein Ende hat und auf Häuser oder Moscheen keine Übergriffe mehr erfolgen. Koordinationsrat der Muslime (KRM)
Rezension des aktuellen Buches „Feindbild Islam - Thesen gegen den Hass“ von Jürgen Todenhöfer (Rezensent: M. Al-Faruqi)
Das aktuelle Buch von Dr. Jürgen Todenhöfer ist ein überarbeiteter und erweiterter Extrakt
seiner wichtigsten Überlegungen, die er bereits vor drei Jahren in seinem viel beachteten
Buch „Warum tötest du, Zaid?“ zum Verhältnis zwischen der Muslimischen Welt und dem
Westen dargelegt hat.
Selten hat jemand das schwierige Verhältnis zwischen dem "Westen" und der
„Muslimischen Welt“ besser beschrieben und brillanter die geschichtlichen Parallelen zu
der verhängnisvollen Dämonisierung anderer Religionsgemeinschaften und Volksgruppen
aufgezeigt wie Jürgen Todenhöfer mit diesem Buch. Der Autor hat in überzeugender
Weise dargestellt, wie wichtig das 'Feindbild Islam' für die westlichen Militärstrategen ist
und wie intensiv dieses Feindbild auf verschiedensten gesellschaftlichen Ebenen gepflegt
wird.
Auf der Basis der Leitsätze seines früheren Bestsellers „Warum tötest du, Zaid?“ hat
Todenhöfer seine Thesen zur muslimischen Welt neu gefasst, erweitert und aktualisiert.
Seine persönlichen Erlebnisse während des arabischen Frühlings in Ägypten, Libyen und
Syrien sind ebenso eingeflossen wie die durch den Volkswirt Thilo Sarrazin neu entfachte
Debatte über Islam und Muslime in Deutschland und Europa.
In „Feindbild Islam – Thesen gegen den Hass“, das voraussichtlich am 15. November
auch als Druckversion erscheint, bezieht Jürgen Todenhöfer Stellung zum „muslimischen
Terrorismus“ und zu den anti-islamischen Haltungen unserer Tage. Sein Fazit: Auch
diesen Terrorismus werden wir nur überwinden, wenn wir seine tieferen Ursachen
beseitigen. Und die liegen vor allem in der menschenverachtenden Art und Weise, mit der
der Westen seit langem mit Islam und Muslimen umgeht. Erst wenn der Westen die
Muslimische Welt genauso fair und nach Recht und Gesetz behandele, wie er selbst
behandelt werden will, wird er die Gewalt terroristischer Minderheiten überwinden können,
Die Gewinner des IGD-Ramadan-Quranwettbewerbes 2011 sind:
Sure Al-Fath:
1.Platz: Abdelrahman Madi aus Berlin
2. Platz: Shaza Suleiman aus Stuttgart Bahadin Atalla aus Marburg
3. Platz: Schaima Al-Amin aus Düsseldorf
Sure Maryam:
1. Platz: Tasnim Benamor aus Stuttgart
2. Platz: Khalid Ramadan aus Braunschweig
3. Platz: Abdelaziz Rebai aus Karlsruhe Wail Al-Matari aus Marburg Huda Bayrambey aus Stuttgart Jasir El Sobhy aus Berlin
Herzlichen Glückwunsch! Die Preisverleihung wird isA bei der nächsten IGD-Jahreskonferenz am 31.3.2012 stattfinden.
Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland wünscht der Muslimischen Gemeinschaft ein gesegnetes Opferfest
Liebe muslimische Schwestern und Brüder,
am Sonntag, 06. November 2010, beginnt für uns die Muslime weltweit das viertägige Opferfest (`Id al-Adha). Das Opferfest ist einer der zwei bedeutendsten islamischen Feste und findet zum Ende der Pilgerfahrt (Hadsch) statt. Der Koordinationsrat der Muslime wünscht allen Muslimen ein glückliches, harmonisches und gesegnetes Opferfest in Deutschland und auf der ganzen Welt.
Mit Seinen Worten, „So bete zu deinem Herrn und opfere.“ (108:2), legt unser barmherziger Herr den Gläubigen ans Herz, dass wir uns in den Tagen des Opferfestes reumütig und dankbar an unseren Schöpfer wenden und zu seiner Verehrung opfern. Diesem Gebot erweisen jedes Jahr Millionen von Menschen in der islamischen Welt und auch in Deutschland ihre Ehrerbietung und Hingebung. In den Tagen des jährlich wiederkehrenden Opferfestes werden die Gläubigen weltweit von einer umfassenden himmlischen Freude erfasst. Ein erhabenes Geschenk und erfühltes Erlebnis der Barmherzigkeit. Als gläubige Menschen werden viele von uns in diesen Festtagen ihr Kummer und ihre Schmerzen vergessen, weil sie von ihren Geschwistern aus der ganzen Welt geteilt werden. Ihre Traurigkeit und Armut wird durch unsere materiellen und ideellen Hilfeleistungen, wie Spenden, Geschenke, Fleisch des Opfertiers oder Bittgebete, gedämpft. Die Opferung findet in guter Absicht des Teilens und Helfens und in Aufrichtigkeit statt. Das Opfertier wird gen Mekka gerichtet und in Anrufung Allahs geopfert in dem Gottesbewusstsein: „Wahrlich, weder ihr Fleisch noch ihr Blut gelangt zu Allah, wohl aber gelangt zu Ihm die Gottesehrfurcht von Euch“, so die Sure 22 Vers 37. Wir werden dieses Jahr vor allem die Muslime in der Osttürkei, die von einem starken Erdbeben erschüttert worden sind und viele Arme und Bedürftige in Somali oder Pakistan durch besondere Spendeaktionen auch und gerade anlässlich des Opferfestes unterstützen.
Dieses Jahr erleben wir unsere Festtage des muslimischen Opferfestes 1432 n. H. vom 6.11.-9.11.2011 und freuen uns darauf. Gerne erinnern wir uns auf die Tradition der Gottergebenheit Abrahams, Friede sei mit ihm, das für uns als Vorbild wirkt, wie grundlegend Friede und in der Gesellschaft entstehen kann. Mögen die Kinder Abrahams an diesen Festtagen sich versöhnen und möge die Unterdrückung unserer muslimischen Geschwister innerhalb und außerhalb der Islamischen Welt und das Leid aller anderen Menschen ein Ende finden. Opfern bedeutet die Hingabe und das Teilen. Der gläubige Mensch, der aus Liebe zu Gott und zu seinen Mitmenschen, vor allem unter ihnen den Angehörigen, den Weisen, den Bedürftigen und Leidenden „die um eine milde Gabe bitten,“ (2:177) erlangt das Wohlgefallen Gottes. Dazu gehört auch das Beten füreinander. Diesem Gebot werden auch dieses Jahr Millionen von gläubigen Muslimen in Mekka während ihrer Pilgerreise an der Ka’ba und auf dem Arafat nachkommen. Gläubige Muslime aus der ganzen Welt werden als Gäste Gottes in seinem Haus, der Ka’ba, für Gerechtigkeit, Geschwisterlichkeit und Friede auf der ganzen Welt intensiv und innig beten.
Möge Allah ihre und unsere Gebete annehmen und den aufrichtigen Glaube in Hingabe und Ehrerbietung zur Orientierung für Suchenden und Entbehrende im materiellen und immateriellen Sinne werden.
Sie zählt zu den fünf Säulen des Islam und findet jährlich während des Monats Dhul-hidscha statt.
Freitag, der 28.10.2011 ist der 1.Dhul-hidscha 1432.
Jeder volljährige Muslim, der es sich leisten kann, ist verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern. Der Höhepunkt der Wallfahrt ist der Auszug der Pilger nach Arafat am 9.Dhul-Hidscha (25 km östlich von Mekka). Dort bittet man Allah um Vergebung und spricht reichlich Bittgebete und rezitiert den Koran. Nach Sonnenuntergang erfolgt der Gang nach Muzdalifa. Am 10. Dhul-Hidscha (So, der 6.11.2011) ist dieses Jahr das Opferfest, der höchste islamische Feiertag. weitere Infos unterhttp://www.islamweb.net
Der RIGD gratuliert Tunesien und Libyen zum Erfolg
26.10.2011- Der RIGD grautliert Tunesien, dem Geburtsland des Arabischen Frühlings, und dem tuneischen Volk zu den neusten und ersten echten Wahlen nach der Überwindung der langjährigen Diktatur zur Konstituierung einer Verfassung gebenden Versammlung. Das tunesische Volk hat sich als eines jener arabisch-islamischen Völker erwiesen, das es verdient hat, in einer demokrtisch-freiheitlichen Ordnung zu leben und das in der Lage ist und bleibt, die Demokratie nach höchsten Standards zu organisieren, ohne die Werte der islamischen Identität zu vernachlässigen. Wir wünschen dem tunesischen Volk Gedeihen und Frieden, dem jemenitischen und syrischen Volk die Hilfe Allahs zur baldigen Überwindung des Unrechts.
Der RIGD gratuliert ebenso dem libyschen Volk zur Überwindung der langjährigen Diktatur und wünscht ihm den baldigen weiteren Erfolg beim Wiederaufbau des Landes und bei der innerlibyschen Versöhnung sowie bei der Herstellung einer freihetlichen demokratischen Ordung reifer Rechtsstaaten. Jedem, der sich gegen das Unrecht aufrichtig auflehnt, dem wird Allahs Beistand zuteil.
22.10.2011- Der Osten der Türkei wurde am Sonntag von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,2 auf der Richterskala erschüttert. Bisher gibt es über 450 Tote und mehr als 1.300 Verletzte. Islamic Relief Deutschland leistet Nothilfe für die Betroffenen und plant längerfristige Hilfsmaßnahmen, die zum Wiederaufbau der Region beitragen.
The Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE):
Awarding Nobel prizes to courageous women leaders is an opportunity to deal with stereotypes
11.10.2011- The Federation of Islamic Organisations in Europe welcomes the gesture of goodwill represented by the announcement that the Nobel Peace Prize is to be awarded to courageous women leaders, who have made significant efforts and sacrifices for the sake of rights, justice, and human values.
The Federation values this recognition of women leaders, who have struggled to secure rights, justice, and peoples’ freedoms, or have played distinguished roles in achieving understanding, and resolving conflict in societies characterised by religious and ethnic diversity. No doubt that the world today needs to highlight the immense contributions made by women and girls in the service of their societies and humanity at large. These include Muslim women and girls, who have mostly been misrepresented in negative and unfair stereotypes.
The Federation of Islamic Organisations in Europe considers that the selection of the Yemeni leader, Tawakul Kirman, signals the merit of the prominently large presence of women and girls across the Arab world, in their participation in the mass mobilisation of all groups and sections of society, in order to combat dictatorship, confront injustice, and herald an era of freedom, popular participation, and respect for human dignity. This choice reflects a gesture of fairness towards the revolutions of freedom in which the Arab peoples, with great resolve and determination, are engaged, in striving to achieve these legitimate goals.
Over the past eight months, Yemen has witnessed a wide scale and peaceful mass mobilisation, displaying extraordinary determination to secure freedom, democracy, and transparent popular participation, as well as build a better future. This has brought to prominence the innate, civilised nature of the Yemeni people, men and women of all generations, which has impressed the world, and won its admiration.
On this auspicious occasion, the Federation of Islamic Organisations in Europe once more expresses its hope that the demands of the Yemeni people are achieved swiftly, and that freedom, democracy, justice, and peaceful coexistence, as well as respect for the will of the people, and protection of human dignity and the lives of citizens, prevail across all parts of the Arab and Muslim world.
Die IGD begrüßt die Entscheidung des Friedennobel-Preiskomitees in Stockholm
07.10.2011- Der Friedensnobelpreis 2011 geht zu gleichen Teilen an drei Bürgerrechtlerinnen aus Liberia und dem Jemen.
Zum einen an die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die als erste Frau dieses hohe Amt in Afrika inne hat.
Nach Begründung des Komittees hat sie die Position der Frauen in Liberia gestärkt.
Auch die zweite Frau stammt aus Liberia. Es ist die Frauenrechtlerin Leymah Gbowee. Sie engagierte sich jenseits aller ethnischen und religiösen Spaltungen in Liberia für eine bessere Wahlbeteiligung von Frauen.
Die dritte Friedensnobelpreis-trägerin ist die jemenitische Bürgerrechtlerin Tawakkul Karman. Sie wurde für ihre führende Rolle im Kampf um die Frauenrechte und für Demokratie und Frieden ausgezeichnet:
Tawakkul Karman gilt als "Mutter der Revolution" und hat dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh mutig die Stirn geboten. Für ihren entschlossenen Einsatz für mehr Demokratie und Bürgerrechte wurde die Journalistin stellvertretend für viele Aktivisten des arabischen Frühlings mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Seit 15 Jahren öffnen die Moscheen in Deutschland am 3. Oktober ihre Türen. Auch in diesem Jahr lädt der Koordinationsrat der Muslime Bürgerinnen und Bürger, Nachbarinnen und Nachbarn, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft in die Moscheen ein.
Das Motto des diesjährigen Tages der offenen Moschee (TOM) lautet: „Muhammad – Prophet der Barmherzigkeit“. Im Zentrum steht hierbei die Person des Propheten Muhammad. Mit seinem vorbildlichen Charakter dient er auch den heutigen Muslimen als Orientierung. „Wir hoffen, mit dieser Aktion unseren Mitbürgern eine andere Sichtweise auf den Propheten und den Islam zu ermöglichen“, sagte der Sprecher des Koordinationsrates, Aiman Mazyek. Die Moscheegemeinden werden sich an der bundesweiten Aktion mit Moscheeführungen, Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Büchertischen, Ausstellungen und vielen anderen Angeboten beteiligen.
Auf der Homepage www.tagderoffenenmoschee.de finden Sie weitere Informationen zum Motto des TOM, den Veranstaltungen so eine Adressenliste der teilnehmenden Moscheen. Das Plakat und die dazugehörige Broschüre finden Sie, wenn Sie auf die Begriffe klicken.
Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Aktion und stehen gerne für Fragen zur Verfügung.
KRM-Geschäftsstelle
Köln, den 13.09.2011
Eindrücke vom unvergesslichen Islamleben-WE in Bad Orb
Der Koordinationsrat der Muslimen (KRM) mit seinen Mitgliedsverbänden – DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD – gedenken zum Jahrestag des 11. Septembers der vielen Opfer und ihrer Angehörigen. In zahlreichen Veranstaltungen sind die Repräsentanten des KRM heute in Deutschland unterwegs, um für die Toten und Hinterbliebenen zu beten.
Als Folge des schrecklichen Terroranschlags von New York, Washington und Pennsylvania verbinden viele Menschen auch die anschließenden Kriege in Afghanistan und Irak, die Folter in Abu Ghraib, das Gefangenlager Guantanamo, Aufweichungen unumstößlicher Menschenrechtsprinzipien im Zuge des Antiterrorkampfes und viele weitere Terroranschläge mit tausenden von Opfern weltweit.
Die Balance zwischen Freiheit und Sicherheit muss stets gewahrt bleiben. Unsere Verfassung gibt die Koordinaten dafür vor. „Der Antiterrorkampf darf nicht auf Kosten der Freiheit zur Totalüberwachung führen, denn sonst haben die Terroristen gesiegt und unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft verloren“, sagte der KRM-Sprecher Aiman Mazyek zum Jahrestag des 11. Septembers heute in Berlin.
Zudem leiden die Muslime unter den Folgen des 11. Septembers: einen stetig wachsenden antimuslimischen Rassismus, der sich vermehrt durch Diskriminierungen, Übergriffe auf Muslime, Anschläge auf deren Gotteshäuser und einem latent entgegengebrachten Misstrauen äußert.
Angesichts des „arabischen Frühlings“, dem leidenschaftlichen Freiheits– und Demokratiedrang der arabischen Völker, wird klar, dass sich die Ideologie des Terrors nicht in die Köpfe einnisten konnte. Der Islam lehnt jeglichen Terror und Gewalt ab. Terror hat keine Religion.
„Die postterroristische Zeit scheint zum 10. Jahrestag des 11. Septembers eingeläutet zu sein. Doch die Saat des Hasses und der steten Angst, welche die Terroristen gesät haben, ist bisher nicht besiegt worden. Es liegt an uns Menschen – gleich ob Nichtmuslime oder Muslime - diesen giftigen Stachel nun in den nächsten Jahren zu entfernen“, so Mazyek abschließend.
Berlin, 11.09.2011
KRM-Sprecher
Aiman Mazyek
Grußbotschaft zum Fest des Fastenbrechens
Liebe Geschwister, liebe Mitbürger,
am 30. August (1. Shawal 1432 nach islamischer Zeitrechnung) feiern wir das Fest des Fastenbrechens 2011. Allen Muslimen wünsche ich im Namen der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland Eid Mubarak, Bayraminiz mubarek olsun und herzliche Glückwünsche zum Fest des Fastenbrechens.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschieden wir den Monat des Fastens, der Gebete, der Bittgebete, Spenden und vermehrten Hinwendung zu Allah. Unser weinendes Auge schaut auf die Hungersnot in Ostafrika, die grausamen und menschenverachtenden Gräueltaten des syrischen Regimes gegenüber der eigenen Bevölkerung, dem Unrecht in China, dem Jemen und vielen anderen Ländern dieser Welt. Auch macht uns Sorge eine sich immer mehr ausbreitende Islamophobie in Europa, die den Nährboden für Terror wie den Mord an Marwa El-Shirbini oder auch den Anschlag von Oslo und das Massaker in Utøya bereiten. Abschied von Ramadan nehmen wir mit einem lachenden Auge deswegen, weil es neben all dem Leid und der Ungerechtigkeit auch Gutes zu vermelden gibt: weil wir uns mit den Muslimen und allen unseren Freunden freuen, den Segen dieses besonderen Monats erlebt zu haben; weil es der erste Monat nach dem Beginn der Arabischen Revolutionen ist und weil unsere Geschwister in Libyen es geschafft haben, sich aus den mörderischen Klauen Gaddafis zu befreien. Nicht nur auf der Welt sondern auch in Deutschland gibt es immer mehr Positives zu berichten. Dieser Ramadan hat mit den vielen gemeinsamen Fastenbrechen, sei es mit Vertretern der Behörden, Bürgermeister, Landesväter oder auch dem Bundespräsident, aber auch den unmittelbaren Nachbarn der Moscheegemeinden gezeigt, dass es immer mehr zu eine Normalisierung zwischen den Muslimen und ihren Mitbürgern kommt.
Wie wir erleben, ist derzeit viel in Bewegung. Und wenn das Jahr 2011 so weiter geht, dann wird die diesjährige Hadj und das Jahresende 2011, so Allah will, eine freiere, gerechtere und die Menschenrechte wahrende Welt sehen, als es Anfang 2011 der Fall war.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch einmal ein frohes und gesegnetes Fest des Fastenbrechens. Möge Er, der Schöpfer aller Welten, der Allbarmherzige, dem wir Menschen, was wir auch tun, nichts hinzufügen oder wegnehmen können, unser aller Fasten, unsere Gebete und Gottesdienste annehmen und uns dafür mit dem Paradies belohnen. Möge Er Hoffnung, Freude und Frohsinn in die Herzen der Menschen, insbesondere der Kinder dieser Welt legen und uns Werkzeuge hierfür sein lassen.
Wassalamu aleikum wa rahmatullahi wa barakatuh
Samir Falah
Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland
Zunächst seien alles Lob, Allahs Heil und Frieden dem edelsten Gesandten gewidmet. Der Rat freut sich mitzuteilen, dass Dienstag , der 30. August 2011, der Auftakt des Mondmonates Schawal 1431 nach Hijra und somit der Tag des diesjährigen Fastenbrechenfestes (Id-ul-Fitr, Ramazan Bayramı) ist. Zu dieser Feststellung ist der RIG in Übereinstimmung mit den in Deutschland aktiven anerkannten Organisationen gekommen. Dieser Feststellung beruht auf folgendes: 1. Die astronomisch vorgeschriebene Bedingung zur Feststellung des Auftaktes des Mondmonates, welche auch vom European Council for Fatwa and Research (ECFR) anerkannt wird, hat sich hier ohne Zweifel erfüllt. 2. Diese Stellungnahme ist zugleich die einhellige Stellungnahme der Islamischen Vereine und Organisationen, welche die Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime repräsentieren, darunter das European Council for Fatwa and Research, der Zentralrat der Muslime in Deutschland und der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM). Den überlieferten Hadithen des Propheten (Allahs Heil und Segen über ihm) ist es zudem zu entnehmen, dass Muslime, abgesehen von den möglichen Gelehrten-Meinungsverschiedenheiten, gemeinsam fasten und gemeinsam das Ende des Fastenmonates begehen sollen. Einer dieser authentischen Hadithe, auf die wir uns hier berufen, lautet: „Fastet, wenn Muslime fasten und beendet eurer Fasten, wenn Muslime ihn beenden.“ 3. Unsere heutige Stellungnahme zum Schawal-Auftakt beruht zudem auf den stichhaltigen Argumenten anerkannter, renommierter Gelehrten des Islams, welche Respekt genießen und im Einklang mit den astronomischen Erkenntnissen stehen. Wir können im Übrigen keinen Unterschied darin erkennen, sich an den astronomischen Erkenntnissen zur Festlegung der Gebetszeiten zu orientieren und dies auch zur Festlegung des Auftaktes der Mondmonate anzuwenden. In diesem harmonischen Sinne wenden sich unsere Herzen in voller Aufrichtigkeit an Allah, den Erhabenen, mit den Bitten Uns dankbar und ungespalten das Id-ul-Fitr erleben zu lassen Unsere Einheit zu stärken Unsere Herzen fortwährend zu gegenseitiger Eintracht anzuhalten Und uns alle vom Höllenfeuer fernzuhalten Kul Am wa Antum bikheir— Bayram mübarek olsün! Im Namen der RIGD wünsche ich allen alle Jahre wieder glückliche und friedvolle Feste. Brüderlichste Grüße Dr. Khaled Hanafy Präsident des RIGD
Alles Lob gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Der Segen und Heil seien auf unserem Propheten Muhammad. Mit großem Entsetzen verfolgen wir alle die dramatische Situation in Somalia, welche von verschiedenen Hilfsorganisationen als die schlimmste humanitäre Katastrophe seit Jahrzehnten eingestuft wird. Beobachter berichten davon, dass auf Grund der Hungersnot jeden Tag mindestens 13 Kinder sterben und das 10% der somalischen Kinder innerhalb von 70 Tagen sterben werden, wenn ihnen nicht sofort geholfen wird. Die Hilfsorganisationen haben bestätigt, dass schon 7 € ein somalisches Kind einen Monat lang ernähren und sieben Kinder einen zwei Monate lang mit Wasser versorgen können. Der RIGD möchte an dieser Stelle Folgendes unterstreichen: 1. Die Unterstützung und Rettung aller Notleidenden ist die Pflicht eines jeden Muslims, was aus etlichen Belegstelle im Qur‘an und der Sunna ersichtlich wird. So spricht Allah, der Erhabene: „Aber er ist nicht den steilen Paßweg hinauf gestürmt. Und was lässt dich wissen, was der steile Paßweg ist? (Es ist) die Freilassung eines Sklaven oder zu speisen am Tag der Hungersnot eine Waise, die einem nahe ist, oder einen Armen, der dem Boden nahe ist.“ (90:11-16) An anderer Stelle sagt Allah: „Und sie geben - obwohl man sie liebt - Speise zu essen einem Armen, einer Waisen und einem Gefangenen.“ (76:8). Unser Prophet (s) sagt: "Ein Muslim ist der Bruder jedes Muslims: Er soll ihn nicht unterdrücken und ihn nicht seinem Feind ausliefern. Wer seinem Bruder hilft, dem wird Allah helfen. Und wer einem Muslim bei der Beseitigung seiner Sorgen hilft, dem wird Allah bei seinen Sorgen am Tage des Gericht helfen. Ebenso wird Allah demjenigen, der die Schwächen eines anderen Muslims verdeckt, am Tag des Gerichts seine Fehler verbergen. (al-Bukhari) So gehört zu den Weisheiten des Fastens, dass man mit den Hungernden und Bedürftigen mitfühlt. Wir hungern für einige Zeit, um mit denjenigen mitfühlen zu können, welche die ganze Zeit über hungern. Im Ramadan ist der Prophet (s) mit dem Hergeben von Gutem freigebiger gewesen als der unhaltbare Wind. 2. Es ist islamrechtlich legitim den Zakat al-Fitr, den Zakat des Vermögens und allgemeine Spenden für die Rettung der Notleidenden in Somalia zu verwenden. 3. Die Imame sollten in den Moscheen die Menschen an diese Pflicht erinnern und ein Freitagsgebet oder das Id-Gebet zum Sammeln von Spenden für die Bedürftigen in Somalia widmen. Es sollte noch einmal darauf geachtet werden, dass diese Spenden auf mit den in Deutschland vorhandenen Gesetzen in Einklang stehender Weise an die Notleidenden überbracht werden. 4. Mit Hochachtung blicken wir auf die Haltung des türkischen Ministerpräsidenten, der beschlossen hat gemeinsam mit seiner Ehefrau Somalia einen Besuch abzustatten, um die Welt auf diese menschliche Tragödie aufmerksam zu machen. Mit ebenso viel Hochachtung schauen wir auf die Haltung seiner Regierung, welche die Außenminister der islamischen Länder zu einer Eilkonferenz eingeladen hat, um diese Krise zu besprechen. Wir rufen die Führer der anderen Länder dazu auf, ähnliche Schritte zu unternehmen. Abschließend erinnern wir noch einmal an den Hadith unseres Propheten (s), in dem er sprach: „Wer gesättigt zu Bett geht, obwohl er weiß, dass sein Nachbar hungert, glaubt nicht an mich.“ Auf Grund der Kommunikationsrevolution leben wir heute in einem globalen Dorf, so dass sich niemand herausreden kann. Wir bitten Allah, den Erhabenen, dass Er von unseren Geschwistern in Somalia das Leid nimmt, uns ihre Unterstützung leicht macht, ihnen Regen beschert und sie nicht zu den Elenden gehören lässt. Der Vorsitzende des Rates Dr. Khaled Hanefy
7. – 14. September 2011 entweder vor Ort oder via Internet
Prüfungsinhalt:
1. Auswendig rezitieren (50 Punkte)
2. Beachtung der Rezitationsregeln/Tilawah (15 Punkte)
3. Verstehen und Wiedergeben der Bedeutung der Ayat/Tafsir auf Deutsch oder Arabisch (15 Punkte)
4. Aufsatz zu den wichtigsten Aussagen der Sura (Deutsch oder Arabisch) auf mindestens 2 und höchstens 4 Seiten unter Beachtung der Formatierungsregeln (Arial Schriftgröße 12) (20 Punkte)
Prüfer: Ausgebildete Imame und Gelehrte in Deutschland
Ramadan 1432 n. H/2011
Der Festlegung des KRM* – Koordinationsrat der Muslime in Deutschland – folgend, ist der Ramdanbeginn für dieses Jahr 2011 der Montag, 1. August und das Fastenbrechenfest der Dienstag, 30. August.
Dieser Beschluss beinhaltet die Berechnung der frühsten möglichen Sichtung des Neumonds als Grundlage der Entscheidung über den Beginn des neuen Monats. Das ECFR – European Council für Fatwa and Research – mit Sitz in Dublin, vertritt auch diese Meinung und sieht zudem vor, dass die Befolgung der Mehrheitsposition, bei unterschiedlichen Auslegungen, die ausschlaggebende Meinung darstellt.
Da sich der KRM nun diese islamisch legitime und begründete Position zu Eigen gemacht hat, betrachtet die IGD diese Position für alle Muslime in Deutschland als verbindlich.
Die IGD wünscht allen Muslimen einen gesegneten Fastenmonat, den Menschen hier im Lande und auf der Welt friedvolle Zeiten.
Samir Falah
Präsident der islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.
رمضان 1432 هـ
اعتمادا على ما أقره المجلس التنسيقي للمسلمين في المانيا (KRM)* تكون بداية رمضان لهذا العام 2011م/1432 هـ يوم الاثنين 1 أوت/أغسطس كما يكون عيد الفطر المبارك يوم الثلاثاء 30 أوت/أغسطس ان شاء الله.
ويعتمد المجلس التنسيقي للمسلمين ثبوت امكانية رؤية هلال مطلع الشهر على الحسابات الفلكية الدقيقة والقطعية. كما أن المجلس الاوروبي للافتاء، ومقره دبلن، يعتمد أيضا هذه الطريقة في تحديد بداية الشهر ويضيف أن اتباع الأغلبية في حال الاختلاف في البلد الواحد أولى، تحقيقا للوحدة وما يرتبط بها من مصالح.
وباتخاذ المجلس التنسيقي للمسلمين في ألمانيا هذا الموقف المعتبر شرعا وحجة، فإن التجمع الاسلامي في المانيا يرى أن هذا الموقف هو الأولى بالاتباع لجميع المسلمين في ألمانيا.
في الختام نسأل الله تبارك وتعالى أن يجعل هذا الشهر مباركا على جميع المسلمين وأن يعمّ السلام في هذه البلاد وغيرها من بلاد العالم.
سمير فالح
Auch in diesem Jahr sind wieder Ramadanzelte nach dem Vorbild von Marburg
in Frankfurt, Stuttgart und Berlin geplant:
Griechenlands Hütte brennt und Downtown Istanbul und Kayseri boomt
12.06.2011- Zum Wahlerfolg der AKP mit Premier Tayyib Erdogan - Europa in akuter Krise fällt zur Zeit nichts Besseres ein, als die Erfolge Erdogans unter den Tisch zu kehren
Nach den ersten Hochrechnungen und Auszählungen zeichnet sich ein Erdrutschsieg mit über 56 Prozent für die regierende AKP-Partei von Ministerpräsident Tayyib Erdogan ab. Die Frage ist nur noch, ob sie mit einer 2/3-Mehrheit oder "nur" mit einer absoluten Mehrheit in Zukunft das Land regieren wird. Ersteres würde bedeuten, dass die Regierung Verfassungsänderungen vornehmen könnte. Der überwältigende Sieg ist vor allem den Erfolgen der Regierung Erdogans geschuldet.
Teile des Militärs und die Kemalisten hüten sich jedoch, über die Erfolge der Regierung Tayyib Erdogan seit 2002 im Bereich Investitionen, Entwicklung und Wirtschaft und der Menschenrechtspolitik und Demokratisierung des Landes zu berichten, weil sie in der Tat bahnbrechend sind und das Land seit Jahren stetig verbessert haben. Viele Kommentatoren sind sich jetzt schon einig: Erdogan ist so einschneidend und wichtig für die Türkei, wie es seiner Zeit Kemal Atatürk war.
Jahrzehnte lang haben Teile der Kemalisten an der Spitze des Staates die Türkei ausgeplündert, drangsaliert und auf Kosten der Steuerzahler Privilegien – eigene kostenlose Schulen und Wohngebiete und eigene Einkaufsmailen u.a. - gelebt und dabei eine menschenverachtende und restriktive Politik gegenüber den Muslimen, Kurden und Aleviten gefahren.
Präimplantationsdiagnostik (PID) aus islamischer Sicht - Stellungnahme bei der Anhörung des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag am 25. Mai 2011
Einleitung
Es ist ein menschliches Bedürfnis, sich zu vermehren, und der Koran gibt dafür einige Beispiele seitens der Propheten Saleh und Ibrahim (Friede sei mit ihnen). Fortpflanzung soll aus islamischer Sicht nur unter Eheleuten stattfinden.
Der Prophet lehrt uns, die Ursache einer Unfruchtbarkeit zu ermitteln und sie dann mit zulässigen Mitteln zu behandeln. So heißt es in einem Ausspruch des Propheten Muhamad (Friede auf ihm): „O ihr Diener Allahs, behandelt euch; denn Derjenige, der Krankheiten erschaffen hat, hat auch die Therapie dafür geschaffen.“ Es geht allerdings darum, rechtes Maß zu halten, also so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu tun.
PM der IGD: „Wir verurteilen in schärfster Form jegliche Gewalt und Terror gegen friedlich demonstrierende Bürger“
01.05.2011- Die Revolution in Syrien geht in ihre sechste Woche. Immer mehr Menschen, insbesondere Jugendliche, brechen die Barriere der Angst, gehen auf die Straße und fordern inzwischen die Ablösung der Diktatur durch ein gerechtes, rechtstaatliches und demokratisches System. Die schrecklichen Nachrichten von der kompletten Abriegelung diverser Städte und Dörfer von der Außenwelt (Medizinische Grundversorgung, Telekommunikation, Wasser, Nahrung, Strom), Panzer und Militär auf vielen Straßen Syriens, kaltblütiger Mord von Demonstranten durch Scharfschützen, einem Blutbad durch wahllose Schüsse in Menschenansammlungen und Festnahmen von Demonstranten reißen nicht ab. Menschenrechtsorganisation berichten von weit mehr als 500 Toten und 1000 Festgenommenen sowie Verschollenen. Assads Sicherheitsdienste und das syrische Militär begehen ein Massaker an ihrem eigenen Volk, anstatt es zu schützen!
Die Mafia Assads scheint weder aus der Geschichte noch von der Situation der umliegenden Länder gelernt zu haben. Die Zeit, in der Massaker ungesehen begangen werden konnten, gehört der Vergangenheit an! Je mehr Assad und seine Schergen Gewalt einsetzen, desto stärker wird der Wille des Volkes werden, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen und gemeinsam für das Ende der Diktatur zu sorgen.
In Libyen hat Gaddafi und seine Familie bereits das ganze Land mit Blut bedeckt und die friedlichen Revolutionäre zu einem bewaffneten Kampf gezwungen. Auch er lässt kein Mittel aus, um sich und die Seinen an der Macht zu halten. Selbst der Einsatz von Luftunterstützung durch Nato Einsatzkräfte zum Schutz der Zivilbevölkerung ist im Gange. Derzeit scheint jedoch ein Patt zu existieren. Darunter leiden insbesondere die Frauen, Kinder und Alten. Ebenso scheint das jemenitische Regime einen brutalen und blutigen Weg einzuschlagen, die nun seit mehreren Wochen anhaltenden Demonstrationen stoppen zu wollen.
Der Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland Samir Falah sagte: „Wir verurteilen in schärfster Form jegliche Gewalt und Terror gegen demonstrierende Bürger, insbesondere das Vorgehen des syrischen, lybischen sowie jemenitischen Regimes gegen friedlich demonstrierende Menschen. Wir fordern die Belagerung der Zivilbevölkerung sofort aufzuheben und den Menschen Zugang zu allen lebensnotwendigen Güter zur ermöglichen. Auch rufen wir alle freiheitsliebenden Menschen und die Weltgemeinschaft auf, sich geschlossen gegen die Gräueltaten der arabischen Diktaturen zu stellen und diesen Tragödien ein Ende zu setzen.“
Weiterhin ergänzt er:
„Wir bitten Allah die Märtyrer dieser Revolutionen anzunehmen und allen Völkern gegen ihre diktatorischen Regime beizustehen“.
Die Bürger vieler arabischer Länder sind aus ihrer Lethargie aufgewacht und haben ihre Menschenwürde wiederentdeckt. Sie haben in vollem Bewußtsein aller Konsequenzen die Entscheidung getroffen, sich nicht mehr unterdrücken zu lassen und können auch nicht mehr aufgehalten werden. Was auch immer die Regime dieser Länder machen, kann nur die Erreichung dieses Ziels verzögern, jedoch nicht aufhalten.
Die Despoten haben die Wahl: entweder können Sie in die Geschichte eingehen, indem sie den Menschen Freiheit bringen, oder sie werden durch den Freiheits-Tsunami hinweggerafft werden. Der Geruch von Freiheit erfüllt die Luft des Nahen Ostens und alle Diktatoren müssen verstehen, dass ihre Zeit abgelaufen ist. Auch wenn das Vorgehen der Despoten einen hohen Preis für diese Freiheit fordert, werden sich die Menschen ihre Würde nicht mehr nehmen lassen.
Rassismus gegen Muslime muss gestoppt werden und Kinder malen für den Frieden
06.04.2011- Unter dem Motto „Verbindung schaffen - Ausgrenzung stoppen“ fand am 2.4 und am 3.4.2011 die 31.IGD Jahreskonferenz statt. Insgesamt nahmen an beiden Veranstaltungsorten Köln und Stuttgart 2200 Gäste teil.
Die Grußwörter sprachen der IGD- Vorsitzende Samir Falah, der KRM-Sprecher und Vorsitzender des Zentralrats Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Islamrates Ali Kizilkaya sowie die Sprecher der jeweiligen IGD Regionalverbände Dr. Almoutaz Tayara und Dr. Osama Kahf.
Alle Redner betonten, dass Muslime sich verwehren weiter auf die Anklagebank gesetzt zu werden und seit Jahren aktiv für mehr soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Frieden eintreten. Die Zuwanderungsgeschichte der Muslime feiere dieses Jahr ihren 50. Geburtstag und habe viele Beispiele von gelungener Integration hervorgebracht, die aber von einigen Scharfmachern nicht wahrgenommen werden wollen. Außerdem betonten sie die Offenheit der Muslime für die Mehrheitsgesellschaft und forderten ein Ende der Ausgrenzung und Islamfeindlichkeit. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Aussagen und Vorhaben des Innenministers eingegangen und die Aufforderung an Friedrich formuliert, alle Bürger zu schützen und keine Klientelpolitik auf dem Rücken der Muslime zu machen. Ebenso wurden die Chancen angesprochen, die sich für den Westen mit den Umbrüchen in der arabischen Welt ergeben würden. Es bestände die Möglichkeit ein besseres Bild zu etablieren, wenn zwischen den Worten über die freiheitlichen Werte und der tatsächlichen Politik nicht weiterhin eine immense Kluft bestehen würde.
Der profunde Kenner der arabischen Welt Prof. Peter Scholl-Latour wagte einen Blick in die Zukunft: die Revolutionen in der arabischen Welt werden auch ihre positiven Auswirkungen auf den Westen haben. Bei freien, ehrlichen und demokratischen Wahlen würden auch islamisch orientierte Reformkräfte eine Rolle spielen, denen man sich nicht verschließen dürfe. Die vom Volk gewählten Regierungen würden zwar nicht mehr die Interessen des Westens umsetzen, sondern die ihrer Länder vertreten, wären aber allemal stabiler und langfristig besser, als die derzeit existierenden despotischen Diktaturen.
Frau Dr. Sabine Schiffer stellte ihre Medienanalyse vor: Jede Abweichung von der Norm, alles Neue würde zunächst von Mehrheitsgesellschaften abgelehnt. Anhand von Beispielen aus den Medien zeigte sie, dass der Rassismus gegenüber Muslimen und dem Islam in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sei. Die Abwertung des Anderen bringt gleichzeitig die eigene Aufwertung mit sich. Eine ähnliche gesellschaftliche Diskussion hätte es in Deutschland am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben. Man müsse daraus lernen und deshalb den zunehmenden Rassismus stoppen, so Frau Dr. Schiffer. Es sei aber insbesondere das Problem des Rassismusträgers, dies zu tun. Am Beispiel der Aussagen des neuen Innenministers Friedrich zeigte sie, wie man sich auf Kosten der Muslime profilieren könne. Mit dieser Strategie könne er nur Erfolg haben, wenn alle auf seine Aussagen eingehen würden.
Aiman Mazyek und Oguz Ücuncu diskutierten unter der Leitung von Ibrahim El-Zayat intensiv, wie man die Anerkennung des Islams in Deutschland forcieren kann. Muslime dürfen nicht länger Bürger 2.Klasse sein und müssen auf gleicher Augenhöhe mitreden. Der Koordinationsrat der Muslime KRM sei auf diesem Weg ein großer Erfolg für die Einheit der Muslime, doch es gilt diese Strukturen weiter auszubauen. Muslime seien entschlossen, sich positiv einzubringen und die Gesellschaft zu bereichern. Rassismus jeglicher Art, auch der gegenüber Muslimen, muss gestoppt werden. Hass, von welcher Seite auch immer, darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Weil die Islamische Gemeinschaft in Deutschland diesen Ansatz weiterhin auch praktisch umsetzen will, hat sie eine Kampagne initiiert und diese auf der Jahreskonferenz vorgestellt: 1+1=11 - Proaktiv für Deutschland. Ziel ist es, insbesondere Muslime zu motivieren eine aktivere Rolle einzunehmen und mit guten Taten gegen Vorwürfe und Vorurteile zu wirken. Schließlich gehe es um die Zukunft aller und darum die hiesige Gesellschaft positiv mitzugestalten. ALLE Bürger und Organisationen seien eingeladen, an dieser Kampagne mitzuwirken. Es geht um die Förderung des Gemeinschaftsgefühls. Man könne mit kleinen Taten wie z.B. Blutspenden oder Nachbarschaftspflege Großes bewirken.
Podiumsdiskussion am 4.3.2011 in der Neuköllner Begegnungsstätte NBS
Herr Khallad Swaid, der stellvertretende Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (IGD) war Gast der Podiumsdiskussion „Muslime in Deutschland, Integration statt Assimilation“, am Freitag den, 04.03.2011 um 18.00 Uhr organisiert durch die Neuköllner Begegnungsstätte e. V. in Berlin. An dem Podium nahmen der Islamwissenschaftler Herr Prof. Dr. Udo Steinbach, sowie Vertretern der Parteien in Neukölln, der CDU, der Linken, der Grünen und der SPD teil. Die Podiumsdiskussion wurde von ca. 200 Gästen verfolgt.
Zu Beginn erklärte Herr Swaid, dass einer der Gründe des steigenden antiislamischen Rassismus in der Inkompetenz der sogenannten Islamexperten liege. Sie würden durch ihre nicht differenzierte Sichtweise und der Wiederholung von Klischees und Vorurteilen, die alle wissenschaftlich widerlegt worden sind, Vorurteile und Ängste der Mehrheitsgesellschaft schüren. Ein gegenseitiges aufeinander zukommen der muslimischen Community und der Mehrheitsgesellschaft kann zu einer möglichen Problemlösung führen. Prof. Dr. Udo Steinbach deutet daraufhin, dass es sowohl in der BRD als auch in Europa vor 40 Jahren noch keine Rede vom Islam gab. Seit den Anschlägen des 11. Septembers wurde der Islam zu einer weltweiten politischen Agenda gemacht. Isolation und Ausgrenzung sind die Folgen daraus. „Man wolle die Muslime bewusst ausgrenzen, ihnen keinen Teil in der Gesellschaft zugestehen.“
Alle Parteivertreter waren der Meinung, dass jahrelang eine falsche bis gar keine Integrationspolitik betrieben wurde, was dazu geführt hat, dass die Menschen mit islamischem Hintergrund als Bürger 2. Klasse gesehen werden.
Herr Swaid forderte den Vertreter der SPD auf, von positiven Beispielen in anderen europäischen Ländern zu lernen, wie z. B. Großbritannien, in der kopftuchtragende Beamtinnen zum Alltag gehören.
Außerdem sieht er in der Kopftuchverbotsdebatte einen stellvertretenden Krieg mit der Kirche. Mit Religion wurden in der Vergangenheit blutige Erfahrungen gemacht. Als Folge wurden Kirche und Religion aus dem öffentlichen Dienst verbannt. Jetzt wird dem Islam diese Rolle zugeschrieben, so Swaid. Herr Steinbach sieht im Kopftuchverbot einen Widerspruch zu den Menschenrechten. Wo steht in der Verfassung geschrieben, dass ein Kopftuch getragen werden darf oder nicht, so Steinbach. Seit zehn Jahren werden die Probleme angesprochen, jetzt ist die Zeit gekommen, um über konkrete Maßnahmen nachzudenken, vor allem in der Schule und Ausbildung. Die übrigen Parteien waren sich darüber einig, dass das Kopftuchverbot eine Diskriminierung der Frauen darstelle und mittlerweile nicht nur im Bildungssektor, sondern sich auch in der freien Wirtschaft etabliert hat.
Die IGD leistet deutschlandweit Aufklärungsarbeit in den Moscheen, um Integration zu fördern. Jugendliche werden ermutigt und unterstützt, Schulabschlüsse zu erlangen und sich auf allen Gebieten weiterzubilden. Außerdem plant die IGD dieses Jahr eine Kampagne mit dem Namen
1+1=11 – Proaktiv für Deutschland, die sowohl an die muslimische Community wie auch an die Mehrheitsgesellschaft adressiert ist. Herr Swaid wies nochmals daraufhin, dass der Islam und die Muslime von einigen benutzt werden, um über Islam Bashing ihr Ansehen zu steigern. Dies sei eine sehr gefährliche Entwicklung und gefährde letztendlich die Demokratie.
Er betonte, dass 22% der Muslime nach der Wende höhere Bildungsabschlüsse absolvierten, solche Beispiele müssen visualisiert werden. Die Islamphobie sei mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen, so Swaid. Menschen bauen diesen Graben auf. Man muss den Menschen Chancengleichheit gewährleisten. Ein rasanter Aufstieg vieler Muslimen in verschiedenen Bereichen ist ermutigend. Herr Steinbach äußerte sich diesbezüglich, dass heute eine optimistische Botschaft näher gebracht werden müsse. Phobie ist tatsächlich in der Mitte angekommen. Was der Mehrheitsgesellschaft entgangen ist, Muslime können sich mittlerweile besser artikulieren. Der Islam ist eine Theologie, der vor Jahren hätte unterrichtet werden müssen, nicht erst heute wie in einer Reihe von Universitäten über Lehrstühle. Die Standpunkte der Parteien beliefen sich von einer pauschalen Bewertung des Islams, dass er nicht kompatibel mit der Demokratie sei bis hin das Deutschland die Integrationspolitik verschlafen hätte.
Zum Schluss wies Herr Swaid auf die nächste Jahreskonferenz der IGD mit dem Titel `Verbindung schaffen – Ausgrenzung stoppen´ hin. Er erhoffe sich eine Politik, die mit islamischen Vereinen nicht nur auf Basis des Verfassungsschutzes kommuniziere, sondern auch für Dialog und Austausch offen sei. Er wies hier nochmals auf die Bürgerrevolutionen in den arabischen Staaten hin und fokussierte, dass Islam sehr wohl mit Demokratie vereinbar ist. Demokratie ist die Forderung der Revolution. Sowohl die Vertreter der Grünen als auch der Linken teilten den Standpunkt Swaids über die Wichtigkeit eines Dialoges zwischen islamischen Institutionen und Politik.
Guntram Schneider, Integrationsminister von Nordrhein-Westfalen, fordert von Innenminister Friedrich eine Entschuldigung für dessen Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Denken Sie, diese Entschuldigung wird noch kommen?
Aiman Mazyek: Ich glaube nicht. Er sieht wahrscheinlich keinen Bedarf, das zu korrigieren. Ich denke, dass die Aussage breiter Unkenntnis und auch einem bestimmten Jargon aus erzkonservativen Kreisen geschuldet ist. Obgleich hier sowohl die Historie als auch sehr prominente Stellen, wie zum Beispiel der Bundespräsident, immer wieder Gegenteiliges sagen. Das sollte, meines Erachtens, trotz allem kein Hindernis sein, den Dialog weiterzuführen. Aber es ist natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt mit der fast schon zeitgleichen Übernahme der Islamkonferenz und der Einsetzung als Innenminister. Dass die Aussage in diesen Kontext fällt, das hat einen großen Teil der muslimischen Bürger irritiert und wirkt extrem desintegrierend.
Wie kann eine adäquate Entschuldigung von Friedrich in ihren Augen aussehen?
Die ganze Debatte zeigt zunächst einmal die Substanzlosigkeit der Islamkonferenz selbst. Dass wir uns mit solchen Sachen auseinandersetzen, kommt nicht von ungefähr. Wir haben bisher kaum greifbare Ergebnisse. Vor allem was die Frage von Gleichstellung der Muslime hierzulande angeht, ist bisher wenig passiert. Es zeigt, dass das weiterhin ein Debattierclub ist, vielleicht sogar mancherorts eine Art verkappte Sicherheitskonferenz. Diese Substanzlosigkeit und die Dialektik des „Ihr“ und „Wir“ des Ministers zeigt auch deutlich, dass es längst nicht mehr um Inhalte geht. Die eigentliche Frage der Integration des Islams und beispielsweise die Fragen von eben genannter Gleichstellung, das sind Dinge, die wir schon seit Jahren diskutieren bzw. fordern und die kaum Niederschlag finden in dieser Konferenz. mehr
Pressemitteilung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland vom 23.03.2011 zur:
31. IGD-Jahreskonferenz: „Wir verstehen uns als Brückenbauer“
Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland veranstaltet am 2. April in Köln und am 3. April in Stuttgart ihre 31. Jahreskonferenz unter dem Motto „Verbindung schaffen – Ausgrenzung stoppen“. Die Islamische Gemeinschaft blickt auf eine nunmehr 52-jährige Geschichte zurück.
Samir Falah, der Präsident der IGD dazu: „Uns ist es wichtig, soziale und politische Themen, die in der Gesellschaft von Bedeutung und Aktualität sind, anzuschneiden und uns auszutauschen.
Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre und die zunehmende Islamophobie sollen mit prominenten Gästen wie Frau Dr. Sabine Schiffer, Dr. Murad Hofmann und den langjährigen Islamexperten Prof. Scholl-Latour erörtert werden. In Stuttgart sind nach der Landtagswahl auch Politiker der Grünen und der BIG vertreten.
Samir Falah fährt fort „Wo immer versucht wird „Verbindungen zu schaffen“ gewinnt die Gesellschaft an Frieden und Stabilität.
Wir verstehen uns als Brückenbauer und sehen in der zunehmenden Ausgrenzung eine Gefahr für die Gesellschaft“.
Aus aktuellem Anlass wird in der Konferenz zusätzlich über die Auswirkungen des Umbruchs in der arabischen Welt auf den Westen diskutiert. Samir Falah sagte dazu: „die Revolutionen in der arabischen Welt sind Ereignisse von enormer Größe und Bedeutung und ihre positiven Auswirkungen werden auch in Europa zu spüren sein.
In Zusammenarbeit mit der Friedens-Banderole werden unsere Kinder in Stuttgart für den Frieden malen.
Auch eine große Ausstellung über die Wunder des Korans wird zu sehen sein.
Abends werden die Musik-Liebhaber auf ihre Kosten kommen. Mit Ammar 114 und Mussa Mostafa wird international gesungen und der Familientag beendet.
"Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein. Wir hoffen auf eine regen Austausch und eine gelungene Veranstaltung“, sagt Herr Falah abschließend.
„Inna lillahi wa inna ilayhi radschiun“ - Von Allah kommen wir und zu Ihm ist die Rückkehr!
Wir trauern um Dr. Abdullah Behrendt. Unser geliebter Bruder Abdullah war langjähriger Mitarbeiter im Auswärtigen Amt und Konsul unter anderem in Alexandria und Riyad.
Er war für uns stets ein aufrichtiger Wegbegleiter und wichtiger Ratgeber.
Allah, der Erhabene, hat ihn heute am Dienstag, den 16.03.2011, zu sich genommen.
Unser aufrichtiges Beileid und tiefstes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern.
Aiman Mazyek
ZMD-Vorsitzender
Die Beerdigung findet inshallah morgen am 17. März 2011 um 10.30 Uhr im Islamischen Teil des Nordfriedhofs in Bonn, Kölnstrasse statt.
Gewalt gegen Muslime - Drei Tote nach erneutem Brandanschlag in Berlin
KRM fordert Politik und Gesellschaft öffentliche Diffamierung des Islams in der Gesellschaft zu unterlassen
15.03.2011- Am vergangenen Wochenende kam es erneut zu Gewalt gegen muslimische Bürger und muslimische Einrichtungen in Deutschland. Der KRM verurteilt diese erneuten feigen und niederträchtigen Taten und fordert Politik und Gesellschaft auf, vor diesen Entwicklungen nicht die Augen zu verschließen. Die zunehmende Gewalt gegenüber Muslimen sei ein Ergebnis der öffentlichen Diffamierung des Islams in der Gesellschaft. Auch die willkürlichen Äußerungen, ob der Islam Teil Deutschlands ist, verstärken diesen Abwärtstrend.
Am Samstagmorgen wurde in Berlin ein Haus in Brand gesetzt, das mehrheitlich von Bewohnern mit türkischer und bosnischer Herkunft bewohnt war und wo sich zum hinteren Eingang eine Moschee befindet. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben, eine Mutter mit ihrem Kind und ihr Bruder und 17 Menschen wurden dabei verletzt. Fast gleichzeitig wurde in den Büro-Räumen des Regionalverbandes der IGMG in München eingebrochen und die Inneneinrichtung verwüstet. Der Versuch, Feuer zu legen, schlug glücklicherweise fehl.
„Diese aktuellen Vorfälle sind nur Teil einer Serie, die es zu stoppen gilt“, so Erol Pürlü, Sprecher des KRM. In der zweiten Hälfte des letzten Jahres gab es allein sechs Brandanschläge auf Moscheen in Berlin. Pürlü sagte weiter: „Die immer gehäufter auftretenden und an Brutalität zunehmenden Angriffe gegen Muslime und ihre Einrichtungen geben Anlass zur Sorge. Es scheint, dass die Hemmschwelle bei Tätern, solche Taten zu vollziehen, deutlich gesunken ist und das Sensibilitätsbewußtsein in der Öffentlichkeit abnimmt.“
Außerdem warnte der Sprecher davor, das gesellschaftliche Klima im Hinblick auf die Islamdiskussion und Wahlkämpfen durch populistische Aussagen weiter anzuheizen. „Was wir brauchen, ist eine Atmosphäre der Akzeptanz gegenüber Muslimen und ihre Einrichtungen. Wo dies grundsätzlich in Frage gestellt wird, sind solche tragischen Ereignisse nicht fern“, so Pürlü. Viele namhafte und seriöse Studien belegen überdies, dass inzwischen viele Deutsche den Islam „pauschal als eine Religion der Intoleranz“ vorverurteilen. „Diesem Thema muss sich Politik und Gesellschaft stellen“, fordert Pürlü, „nur eine aktive Aufklärungspolitik kann diesen Prozess stoppen.“
Der KRM fordert daher den neuen Innenminister auf, das Thema Islamfeindlichkeit auf die Tagesordnung zu setzen und das Problem als gesamtgesellschaftliches zu begreifen.
Der Koordinationsrat der Muslime wurde im März 2007 von den vier großen Dachverbänden DITIB, Islamrat, ZMD und VIKZ gegründet. Er organisiert die Vertretung der Muslime in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik und Gesellschaft.
Pressemitteilung:
ZMD unterstützt Internationalen Frauentag und verurteilt die Benachteiligung der muslimischen Frau
8.3.2011- Die Frauenbewegung hat eine lange, erfolgreiche Geschichte. Sie ist aber noch lange nicht abgeschlossen, solange Frauen auf der Welt wegen ihres Geschlechtes, ihrer Herkunft oder ihrer Religion benachteiligt werden und Gewalt erfahren. „Deswegen unterstützt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Bewegungen, wie den Internationalen Frauentag, die zum Ziel haben, die Benachteiligung der Frau auszumerzen", sagte die Generalsekretärin Nurhan Soykan heute in Köln.
In Deutschland werden gerade muslimische Frauen besonders benachteiligt. Dies nicht nur durch antimuslimischen Rassismus und Diskriminierung im Alltag, sondern auch durch die diskriminierenden Kopftuchverbote einzelner Bundesländer , „welche die freie Berufswahl muslimischer Frauen einschränken und sie so zu Bürgern zweiter Klasse machen," führt Soykan weiter an.
Und die Frauenbeauftrage des Zentralrates Dr. Houaida Taraji sagte dazu: „Im Koran ist die Gleichberechtigung, denn vor Gott sind alle Menschen gleich". Und weiter führt die Frauenbeauftragte aus: „Der Islam richtig verstanden, befreit die Frauen von der Willkür der Männer und gibt ihnen ihr Selbstbestimmungsrecht bei der Partnerwahl, in der Familie und im Beruf wieder".
Der arabische Frühling – eine historische Möglichkeit für den Westen
7.3.2011-Dieser Tage wird in der arabischen Welt Geschichte geschrieben. Ein Obstverkäufer hat in Tunesien das Fass zum Überlaufen gebracht. Ein ganzes Volk, insbesondere die jungen Menschen sind aufgestanden und haben ihren Despoten aus dem Land gejagt. Noch immer kocht das Land, noch immer sind die Menschen auf der Straße, um ihre Revolution zu schützen. Auch der ägyptische Despot wurde abgesetzt, wenn auch leider mit mehr menschlichen Verlusten. Nun verfolgen wir mit Schrecken die Ereignisse in Libyen. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich die Libyer von einem der gewalttätigsten und kaltblütigsten Despoten unserer Zeit befreien. Gleich einer Reihe von Dominosteinen sehen wir Tag für Tag wie die diktatorischen arabischen Regime eines nach dem anderen zu wackeln beginnt und umfällt. Man braucht kein Hellseher zu sein, um sagen zu können, dass der Fall einiger Diktatoren noch bevorsteht.
Wenn der 11. September 2001 eine Zäsur markiert, so kann der arabische Frühling von 2011 zum nächsten Einschnitt in der Beziehung zwischen dem Islam und dem Westen werden. In den meisten westlichen Hauptstädten waren die arabischen Despoten willkommen. Man hat ihnen Waffen verkauft, ihnen bei der Wäsche des unrechtmäßig erworbenen Geldes zugeschaut und sie auf diverse andere Arten gestützt. Der Islam und die Allgemeinheit der Muslime wurden häufig als ein rückständiges, frauen-, demokratie- und menschenrechtsfeindliches und damit gefährliches Gemisch dargestellt. Den Menschen im Westen wurden sie als Gefahr für ihre eigene Existenz verkauft. Mit dem 11. September und anderen immer wieder von den Muslimen verurteilten Anschlägen, hatte man glaubhafte Argumente. Nur einige wenige Stimmen haben sich gegen diese Politik erhoben. Gehör hat man ihnen kaum geschenkt.
Sind die Muslime gänzlich unschuldig an dieser Situation? Nein! Wenn es auch eine verschwindend geringe Minderheit von Muslimen ist, hat sie sich zu Gewalt und Terror provozieren lassen! Sie glauben im Islam eine Rechtfertigung für ihre Vorstellungen zu finden. Ist ein solches Verständnis ein originär muslimisches Phänomen? Kreuzzügler und jüdische Siedler in Palästina legitimieren Gewalt auch durch ihre Religion. Also kann diese Frage mit einem klaren nein beantwortet werden. Wer kann diesen Ideen entgegentreten? Nur aus der eigenen Religionsgemeinschaft kann einem falschen Verständnis der Religion begegnet werden. Niemals würde ein Christ sich von einem Muslim über seine eigene Religion aufklären lassen wollen. Die arabischen Revolutionen beweisen, dass sich die Menschen dort nichts anderes wünschen, als das, was auch wir für uns beanspruchen: in Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit leben. Die vielbeschriene Weltherrschaft der Muslime ist nicht auf ihrer Agenda. Diese Revolutionen werden das falsche Verständnis des Islam einkreisen und seinen Ideengebern den Boden unter den Füßen wegziehen.
Die historische Chance, die sich heute für uns im Westen ergibt ist, die Dinge beim Namen zu nennen: ein Diktator ist ein Diktator, Ungerechtigkeit ist Ungerechtigkeit, die Muslime Menschen, wie wir auch und der Islam ist Teil Europas, wie das Christentum Teil der arabischen Welt ist. Die Chance, die wir ergreifen müssen ist, Politik und Beziehungen auf der Basis von Prinzipien und nicht von Interessen aufzubauen. Politik und Beziehungen sind nicht ausschließlich Aufgabe der politischen Kaste, sondern ebenso Verantwortung der gesamten Zivilgesellschaft. Nur ein ernsthafter und nachhaltiger Dialog, der Austausch von Erfahrungen und Ideen wird Stabilität und Entwicklung für alle bringen. Sich selbst als Lehrer und die anderen als Schüler wahrzunehmen, wird hingegen Austausch verhindern und zu mehr Gräben führen.
Die Muslime in Deutschland und Europa können in diesem Zusammenhang einen erheblichen Beitrag leisten. Sie können Brückenbauer sein und helfen, Verbindungen in alle Teile der muslimischen Gesellschaften zu schaffen. Sie können Vermittler und Übersetzer sein, weil sie beide Welten in sich tragen. Sie fungieren aber auch indirekt als Beweis für die Ehrlichkeit des Westens. Wird ihnen weiter der Zugang zur Gesellschaft verweigert, wird man unglaubwürdig. So wie Christen weltweit verfolgen, wie mit christlichen Minderheiten umgegangen wird, verhalten sich Muslime ebenso ihren Glaubensgeschwistern gegenüber. Insbesondere weil die Herausforderungen unserer heutigen Welt, vor denen wir alle stehen, viel größer sind als einzelne Länder oder gar Ländergruppen, müssen wir das Netz der Menschheit enger knüpfen. Dies wird nur möglich sein, wenn Vertrauen und Ehrlichkeit die Basis unserer Beziehung ist.
Khallad Swaid
Vizepräsident der IGD
„Der Fisch stinkt vom Kopf her“
Neuer CSU-Innenminister Hans-Peter Friedrich setzt Duftmarke
05.03.2011- Was treibt einen gerade neu ernannten Innenminister zu der Aussage, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört. Welche Botschaft will er damit welchem Publikum vermitteln? Dass die Islamfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, haben wir am Verkaufserfolg von Sarrazins Buch gesehen. Das lesen wir auch in den Ergebnissen diverser aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen. Aber dass jetzt auch das Innenministerium eine Kehrtwende durchführt, ist kein gutes Zeichen. Wie bei einer solchen Stimmungsmache ein friedliches Zusammenleben gefördert werden soll, bleibt ein Rätsel.
Bei einer Podiumsdiskussion in der Neuköllner Begegnungsstätte in Berlin nennt Prof Udo Steinbach das Kind beim Namen: „Den Muslimen soll der Zugang in die Gesellschaft verweigert werden.“ Resultat ist, dass ein immer tieferer Graben in der Gesellschaft entsteht. Auch wenn es inzwischen viele Leute gibt, die daran arbeiten, den Graben zuzuschütten, scheinen die Hassprediger in der Überzahl zu sein, zumindest aber schneller graben zu können. Anschläge auf Moscheen, für deren Schutz Herr Friedrich ja eigentlich verantwortlich ist, mehren sich und jungen Muslimen wird nachweislich aufgrund von islamfeindlichen Rassismus der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Wenn es bei den Muslimen ein deutsches Heimatgefühl gegeben hat, dann wird es mit solchen Aussagen vorsätzlich erdrosselt.
Resultat: Insbesondere viele junge Akademiker wenden sich ab und verlassen das Land.
Noch ist es nicht zu spät und noch können wir gegensteuern. Dafür müssen die Gräber, die den Graben zuschütten, einfach in der Überzahl sein. Das kann nur Realität werden, wenn alle unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Deutschland sagen: „Mit uns nicht!“ Wenn geistigen wie auch physischen Brandstiftern der Boden unter den Füßen weggezogen werden soll, dann muss jeder von uns anpacken: Muslime, Christen, Juden, Atheisten, etc. Wenn auch keine Revolution, wie derzeit in den arabischen Ländern notwendig ist, so doch ein zusammenstehen der Anständigen. Eine Demokratie ist nur so viel Wert, wie sie allen Bevölkerungsgruppen Teilhabe gewährleistet.
Herrn Friedrich rate ich, die Muslime in unserem Land kennenzulernen und außerdem mehr zu lesen. Ein Tip: www.muslimheritage.com. Vielleicht können diese Forschungsergebnisse etwas Licht in sein Dunkel bringen. Man findet bei ihnen historische Fakten zur Frage, welche Beiträge Muslime zur Zivilisation und damit auch zum Deutschland von heute beigetragen haben.
Khallad Swaid
Vizepräsident der IGD
INNA LILLAH WA INNA ILAIHI RAJIUN
Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland trauert um Prof. Necmettin Erbakan, Gründer der Milli Görös und ehemaliger Ministerpräsident der Türkei. Er hat Großartiges für den Islam und die Muslime geleistet.
Allah der Erhabene hat seine Seele am So, den 27.2.2011 zu sich genommen.
Das Totengebet findet am 1.3.2011 in der Fatih-Moschee in Istanbul nach dem Mittagsgebet statt.
Möge Allah Ihn die höchste Stufe im Paradies schenken, möge Allah sein Grab mit Licht erhellen, möge Allah ihm durch jedes Tor des Paradieses eintreten lassen, möge Allah den Schmerz und die Trauer der Familie lindern. Amin!
Pressemitteilung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland zur Lage in Libyen
Lybien: Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit
25.02.2011- Das lybische Volk erhebt sich gegen vier Jahrzehnte Diktatur des Schlächters Gaddafis. Damit setzt sich die Revolution in der arabischen Welt fort. Die Forderung lautet immer wieder: Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und die Beseitigung des diktatorischen Systems. Das Regime antwortet mit Terror und Mord, um die Massenproteste zu ersticken. Meldungen zu Folge sind in Libyen hunderte kaltblütig ermordet und Tausende verletzt worden. Es wird von einem Massaker, von einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesprochen.
Der Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland Samir Falah sagte: „Wir bitten Allah die Opfer dieser Revolution anzunehmen und dem leidenden lybischen Volk beizustehen“. Samir Falah sagt weiter: “ Wir verurteilen auf das schärfste das Vorgehen des lybischen Regimes gegen die friedlichen Menschen und rufen die Weltgemeinschaft einmal mehr auf, sich geschlossen gegen diese Gräueltaten zu stellen und dieser Tragödie ein Ende zu setzen.“
So wie das tunesische und das ägyptische Volk den Weg zur Freiheit gefunden haben, wird auch das lybische Volk auf dem Wege zur Freiheit nicht mehr zu stoppen sein. Die Sonne der Despoten geht unter und es bricht der Morgen von Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie an.
Pressemitteilung des Zentralrates der Muslime vom 22.02.2011:
ZMD verurteilt Gewalt gegen Demonstranten
Der Zentralrat verurteilt auf das schärfste die Gewaltexzesse gegen die Zivilbevölkerung in den arabischen Ländern. "Die westliche Welt darf jetzt nicht wegschauen und muss den Menschen in der arabischen Welt in ihren Freiheitswillen und Bemühen für Demokratie und Menschenrechte beistehen", sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek heute Morgen in Berlin.
Er begrüßte die Worte von Außenminister Guido Westerwelle, der die in Gewalt in Libyen ebenfalls verurteilte und die Unterstützung der Bundesregierung für den politischen Wandel zusagte.
„Nicht nur die arabische Welt steht vor einem epochalen Wandel, auch Europa hat jetzt die große Chance verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen, indem es in der Menschenrechtspolitik keine Doppelstandards zulässt. „Europa und Deutschland möchten sich nun aktiv, sichtbar und unmissverständlich als Anwalt der Völker zeigen, die für Demokratie und Freiheit auf die Straße gehen und sogar bereit sind, ihr Leben dafür zu opfern“, appellierte Mazyek abschließend.
Pressemitteilung der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland vom 13.02.2011:
Der Diktator Ägyptens gibt auf
Alle Macht geht vom Volke aus und das Ägyptische Volk befreit sich von ihrem Despoten
Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland beglückwünscht das Ägyptische Volk zum großartigen Erfolg ihrer Revolution. Die Forderungen der Revolution entsprechen den Forderungen eines jeden freien Menschen: Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit, Menschenrechte und Demokratie. Nach 18 Tagen Sturheit sowie Terror und Gewalt gegenüber friedlichen Demonstranten, die zu zahlreichen Toten und vielen Verwundeten geführt haben, hat der Diktator aufgegeben und alle Geschicke des Landes in die Hände des Militärrats gelegt.
Die Revolutionen in Tunesien und Ägypten haben gezeigt, dass diktatorische Systeme nicht ewig bestehen können. Der Freiheits- und Gerechtigkeitswunsch der Menschen obsiegt immer. Das haben wir 1989 in Deutschland erlebt und heute erleben wir es im arabischen Raum wieder. Das ist der arabische Frühling.
Samir Falah, Präsident der Islamischen Gemeinschaft: „Die Revolution in Ägypten markiert einen Wendepunkt, bei dem die Richtung klar definiert ist: Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie. Hauptakteur ist die ägyptische Jugend. Weder politische, noch ethnische oder religiöse Zugehörigkeiten haben eine Rolle gespielt. Dies hat man unter anderem daran gesehen, dass Christen und Muslime sich gegenseitig bei ihren Gebeten geschützt haben.“
Weiter führt Herr Falah aus: „Der erste Schritt ist gemacht, jedoch hat das Ägyptische Volk auf dem Weg zu einer echten Zivilgesellschaft und Demokratie noch einige Hindernisse vor sich. Wir wünschen den Menschen in Ägypten, dass sie ihre Ziele erreichen, denn wir sind der Überzeugung, dass nur eine wahre Beteiligung aller Ägypter Entwicklung, Stabilität und Frieden für die ganze Region bedeuten wird.
11.02.2011- Vize-Präsident Suleiman verkündet Machtübergabe an Militär. Millionen Ägypter feiern auf den Straßen. Friedliche Proteste führen zum Sturz des Machthabers Mubarak.
Der ägyptische Präsident Mubarak tritt zurück und legt die Führung des Landes in die Hände des Militärs. Das erklärte Mubaraks Vize Suleiman gegen 17 Uhr am Freitagnachmittag. Auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo brechen die Menschen in lauten Jubel aus.
Ein Militärrat werde die Amtsgeschäfte übernehmen, sagte Suleiman. Kurz zuvor war eine "wichtige" Erklärung des Präsidialamtes angekündigt worden und die Spannung war erneut gestiegen. Die Armeeführung gab eine Erklärung ab, die dem Volk politische Reformen garantiert. Das Oberkommando kündigte an, den Weg zu freien und fairen Wahlen zu sichern. Der seit Jahrzehnten geltende Ausnahmezustand solle aufgehoben werde, sobald es die Situation erlaube.
Nach Angaben des staatlichen Fernsehens hat Mubarak am Nachmittag mit seiner Familie die Hauptstadt verlassen und war in den Badeort Scharm el-Scheich am Roten Meer geflogen. Hunderttausende Demonstranten auf dem zentralen Tahrir-Platz in Kairo reagierten am 18. Tag der Proteste gegen das Regime mit frenetischem Jubel. Die Demonstranten feiern auf den Straßen, preisen Gott und lassen ihren Emotionen freien lauf. "Freies Ägypten, freies Ägypten", rufen die Menschen, "Das Volk hat das Regime gestürzt". Es werden Fahnen geschwenkt und Feuerwerke gezündet. Autokonvois fahren hupend durch die Straßen. www.islam.de
The Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) expresses solidarity with the Egyptian people, and calls for their demands to be met, and their choices to be respected
09.02.2011- The Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) has followed the peaceful and massive revolution, in which our fellow people of Egypt have engaged for several weeks now. Egyptians, men and women of all ages, have chosen, peacefully and in a civilised manner, to articulate their demands for liberty, justice, rights, and rule of law. The Egyptians have shown the determination, and mutual support, to continue demonstrations and protests in their millions, which earned them the admiration of the entire world.
The Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) expresses its solidarity with the Egyptian people at this critical moment in their distinguished history. The Federation also condemns the repressive measures, and acts of wanton murder against innocent Egyptian citizens, who took to the public spaces and streets to demand their fundamental rights and civil liberties, and to push for comprehensive and democratic reforms that achieves proper civil participation. However, reports and pictures have documented atrocities and gross violations perpetrated by the security services against the unarmed civilians, such as firing live ammunition, driving on top of the masses with their vehicles, and orchestrating campaigns to terrorise peaceful protesters using gangs of criminals.
There is no doubt that these developments, paralleled by popular movements in some Arab countries, call attention to the perils of injustice and absence of good government, as well as the state of deprivation and inequitable distribution of wealth and resources, which require comprehensive change that puts these countries and their peoples on the road of reform and prosperity, and heralds an end to the system of repression, oppression, and restrictions on the people.
This mass popular mobilisation has shown the spirit of true brotherhood, and solidarity among the Egyptian people, Muslims and Christians, who were united behind the legitimate and popular demands, striving to achieve a better present, and a shining future for Egypt and its children. It also revealed that the sectarian divisions among the Egyptian people were a mere transitory state, a product of dictatorship, repression, and deprivation.
The Federation of Islamic Organisations in Europe (FIOE) invites all those with power to respond by necessity to the demands of the Egyptian people without delay, and urges Muslim scholars, especially, to support the legitimate demands of the people, and to express the values of Islam, inviting to truth, justice, and fairness. The shining future for Egypt can only achieved by respect for the will of the people and their choice, the protection of their liberty, rights, and dignity, and preventing the spilling of their blood.
Schadenersatz für Islam-Funktionäre
09.02.2011- Eine der bundesweit größten Ermittlungsaktionen gegen "friedliche Islamisten" ist nun vollständig eingestellt worden. Sie endete mit dem knappen brieflichen Hinweis der Münchner Staatsanwaltschaft an die Betroffenen, ihnen stehe Schadenersatz zu. Bei den Verdächtigten handelte es sich um Führungsfiguren der vom Verfassungsschutz beobachteten Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) und der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD). 2008 und 2009 war es bei IGMG-Generalsekretär Oguz Ücüncü und beim Ex-IGD-Vorsitzenden Ibrahim El-Zayat zu einer Serie von Hausdurchsuchungen gekommen. Dabei kam auch Vermögen zu Schaden, was im Fall vollständig eingestellter Ermittlungen Ersatzansprüche auslöst. Vorgeworfen wurde den beiden Funktionären unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug und Veruntreuung religiöser Spenden. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) lud daraufhin sogar den von Milli Görüs dominierten Islamrat aus der Deutschen Islamkonferenz aus. Ücüncü und El-Zayat wiederum wurden bei der Islamkonferenz zu unerwünschten Personen erklärt. Till-R. Stoldt
Vor einigen Tagen hat ein großes deutsches Magazin ein Interview mit dem Präsidenten der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland geführt. Wir bringen das Interview nun in voller Länge:
Angst vor ‚Islamisten’ ist für den Präsidenten der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), Samir Falah, kein Grund, Ägypten die Chance auf Demokratie zu verwehren.
Frage Herr Falah, welche Entwicklung sehen Sie für Ägypten in den kommenden Wochen?
Falah: Es ist schrecklich zu sehen, wie brutal gegen die friedlichen Demonstranten, die elementare Grundrechte einfordern, vorgegangen wird. Ich hoffe und bete dass, der Volksaufstand in Ägypten ein gutes Ende findet, ein Ende, bei dem die Stimme des Volkes erhört wird und in dem ein friedlicher Übergang zur Demokratisierung stattfindet.
Frage: Wird es beim von Mubarak vorgesehenen Wahltermin im September bleiben?
Falah: Das ist kaum vorstellbar. Dafür ist der Druck auf das alte System zu groß. Der außenpolitische, vor allem aber der Druck der Massen von innen.
Frage: Welche Chancen würden Sie bei demokratischen Wahlen in Ägypten der Muslimbruderschaft einräumen?
Falah: Als interessierter Beobachter der Entwicklungen in den arabischen und muslimischen Ländern kann ich sagen: In einer Demokratie bekommt jeder, der sich an die freiheitlich demokratischen Grundordnung hält, eine Chance, und das Volk hat bei freien Wahlen das letzte Wort. Die Muslimbruderschaft versteht sich heute als partnerschaftlicher Teil des politischen Gefüges im Lande und respektiert den Willen des Volkes. Ich wage hier keine Zahlenprognosen zu geben, eine etablierte politische und gesellschaftliche Kraft in Ägypten sind sie aber schon.
Frage: Unter anderem deutschen Sicherheitsbehörden gilt die Muslimbruderschaft als radikale Vereinigung, der demokratische Regeln im Zweifel egal sind und die terroristischen Kräften nahe steht. Ist die Einschätzung falsch?
Falah: Diese Einschätzung der Sicherheitsbehörden ist uns bekannt und ich möchte in diesem Zusammenhang klarstellen: Die IGD repräsentiert in keiner Form die Muslimbruderschaft. Die überwiegende Mehrheit der islamischen Reformbewegung, und dazu zählt sicherlich die Muslimbruderschaft, ist als demokratisch einzustufen. Diese Reformer, die ein zeit- und ortsgemäßes Verständnis des Islam vertreten, lehnen Terror und Gewalt ab, stehen für Humanismus, Aufklärung, Menschenrechte, Freiheit und Demokratie. Da hat es einen erkennbaren Wandel gegeben. Wer das ignoriert, schürt aus unterschiedlichsten Interessen die Angst vor den „Islamisten“. Diese, meiner Meinung nach grundlose Angst, darf nicht dazu führen einem ganzen Volk Demokratie zu verwehren und eine Diktatur zu unterstützen.
Frage: Ein Interesse könnte sein, die relative Stabilität im Nahen und Mittleren Osten zu erhalten.
Falah: Stimmt. Aber ein stabiler Frieden ist nicht mit Diktaturen zu etablieren, sondern nachhaltig und langfristig nur mit Freiheit und Demokratie.
Ägypten – wie geht es weiter und welche Gefahren drohen?
Das folgende Interview beruht auf einer Interviewanfrage eines großen deutschen Magazins an den Präsidenten a.D. der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. Ibrahim F El-Zayat vom 4.02.2011. Offenkundig waren die Antworten nicht wie erwartet, jedenfalls nahm man nach dem Erhalt Abstand von der Veröffentlichung. Dies wollen wir hier gerne nachholen, die Fragen des Magazins sind alle unverändert übernommen:
Am Fr, den 4.2.2011 finden u.a. in folgenden Städten Solidaritäts-Demos mit dem ägyptischen Volk statt:
Berlin- Demo: Adenauerplatz bis zur Gedächtniskirche von 14.00- 17.00 Uhr
Frankfurt- Demo: Am Wasserbrunnen zwischen Konstablerwache und Hauptwache ab 14.00 Uhr
Göttingen- Demo: Am Gänseliesel ab 14.00 Uhr
Am Sa, den 5.2.2011 findet in Dortmund eine Solidaritäts-Demo statt:
gegenüber dem Hauptbahnhof ab 12.00 Uhr
Veranstalter: Dt-arab.Komitee zur Solidarität mit den freiheitlich-demokratischen Volksaufständen in Ägypten und Tunesien.
Pattex-Mubarak bleibt uneinsichtig
Derzeit strömen in vielen Staaten der arabischen Welt hunderttausende Menschen auf die Straßen. In Tunesien haben sie den Diktator Ben Ali nach 23 Jahren Herrschaft aus dem Land gejagt und in Ägypten steht Mubarak vor seinem politischen Ende, seit Tagen finden massive Demonstrationen statt - trotz Gewalt durch die Sicherheitskräfte. Im Jemen, Jordanien, Algerien etc. finden ebenfalls Proteste gegen die diktatorischen Herrscher statt. Diese Demonstrationen sind weltweit eine Hoffnung für viele Menschen auf Demokratie, Freiheit und soziale Gerechtigkeit.
Jahrelang hat der Westen diese Diktaturen mit Rüstungshilfen, Wirtschaftskooperationen und politischer Aufwertung unterstützt. Im sogenannten "Kampf gegen den Terror" hatte auch Deutschland kein Problem damit, mit Regierungen zusammen zu arbeiten und sie zu unterstützen, die ihre eigene Bevölkerung unterdrücken und tyrannisieren. Menschenrechte waren egal, solange die Regierungen in Tunesien, Ägypten und Co. den vermeintlichen "Islamismus" bekämpften. Dabei wurde alles was "muslimisch" im Namen trug als potentiell islamistisch eingeordnet. Man verschloss hierbei die Augen vor den politischen Gefangenen, der Folter und der Ermordung Oppositioneller. Auch im Kampf gegen "illegale Einwanderung" - wenn also Menschen vor Hunger, Elend und Tod fliehen - waren die nordafrikanischen Diktaturen willkommene Bündnispartner. Durch diese Komplizenschaft macht sich die EU seit vielen Jahren mitschuldig am Tod tausender Flüchtlinge. Die Gewalt gegen Demonstranten in Ägypten, Tunesien und allen anderen Staaten, wo Menschen gegen ihre diktatorischen Herrschaften auf die Straße gehen muss beendet werden.
Die Europäische Union und Deutschland sollten ihre Unterstützung für diktatorische Regierungen einstellen. Demokratie und Menschenrechte dürfen nicht weiter den Interessen der deutschen Wirtschaft und Außenpolitik untergeordnet werden. Solidarität mit den Protesten gegen diktatorische Regime! Freiheit für die Menschen in Tunesien, Ägypten, Jordanien, Jemen, der Westsahara, Saudi-Arabien und überall auf der Welt, wo Menschen von ihren Regierungen nterdrückt werden!
Spitzengespräch zwischen dem Zentralrat der Juden und Zentralrat der Muslime positiv verlaufen
24.01.2011- Beim Treffen wurde kein Thema ausgespart – Gegen Islamfeindlichkeit und Antisemitismus – ZdJ-Präsident Dieter Graumann nannte Gespräche „sehr offen, fair, ehrlich und direkt“ – Mazyek: Dialog soll keine „Eintagsfliege sein“
Berlin/Frankfurt am Main - Muslime und Juden in Deutschland haben am Sonntag offiziell und auf höchster Ebene Kontakte geknüpft. Erstmals nahmen an einer Vorstandssitzung des Zentralrats der Juden in Deutschland in Frankfurt am Main auch zwei Vertreter des Zentralrats der Muslime und Kenan Kolat, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde, teil. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, zeigte sich anschließend zufrieden mit diesem ersten hochrangigen Treffen, zu dem der seit November amtierende Vorsitzende des jüdischen Zentralrats, Dieter Graumann, eingeladen hatte. Das Gespräch sei „sehr kritisch und sehr konstruktiv“ gewesen.
Man habe offen über Islamfeindschaft und Antisemitismus sowohl in der Gesellschaft insgesamt als auch in den eigenen Communities gesprochen, sagte Mazyek dem Tagesspiegel. „Es wurde nichts ausgespart.“ Graumann nannte den Austausch „sehr offen, fair, ehrlich und direkt“. Man sei freundlich miteinander umgegangen, aber man habe Probleme auch nicht mit Freundlichkeit zugekleistert, sagte er dem Tagesspiegel. „Unsere Gäste haben sich viel Kritisches angehört.“ Man sei zum Beispiel sehr besorgt über den Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen. Mazyek sagte dazu dort, dass es keine Rechtfertigung im Islam für Antisemitismus oder jeglichen anderen Rassismus gibt, „dies ist auch die einhellige Meinung aller anderen muslimischen Spitzenverbände, wie z.B. der Koordinierungsrates der Muslime (bestehend aus DITIB, VIKZ, Islamrat und ZMD)“ so Mazyek gestern in der Präsidiumssitzung wörtlich. weiter
PM der IGD: Die Revolution des tunesischen Volk:Wie ein Land sein Weg aus der Diktatur findet
19.01.2011- Aus der Verzweiflungstat eines Hochschulabsolventen, der sich als Obst- und Gemüsehändler durchschlug, ist eine Revolution geworden. In Tunesien findet das Volk seinen Willen und übersetzt den Wunsch auf Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in die Beseitigung der Diktatur Ben Alis.
Der Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland Samir Falah sagte dazu: „Trotz der friedlichen Revolution haben viele Menschen auf diesem Weg ihr Leben gelassen. Wir bitten Allah ihr Opfer anzunehmen und ihren Angehörigen Geduld zu schenken. Dem tunesischen Volk jedoch gratulieren wir und begrüßen seinen Mut und starken Willen. So wie der Osten Europas seinen Weg zur Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit gegangen ist, wird auch Tunesien und jedes andere von einer Diktatur beherrschte System seinen eigenen Weg dahin finden.“
Weiter fährt Samir Falah fort: „Wir rufen Europa und die deutsche Regierung auf, den Weg zur Freiheit und Demokratisierung, den das tunesische Volk geschlagen hat, zu unterstützen. Wenn in der Zukunft Demokratie, Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit die Grundlage des Zusammenlebens in Tunesien sind, dann ist das der richtige Garant für Stabilität und Frieden im Lande und in der ganzen Region.“
Samir Falah
Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.
Kultur des Islams ist Teil der Kultur Deutschlands
Bundespressekonferenz des Deutschen Kulturrates zur Vorstellung des Dossiers „Islam • Kultur • Politik“ in Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Muslime und der Robert-Bosch-Stiftung
11.01.2011. Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat heute in der Sehitlik Moschee in Berlin sein neues Dossier „Islam • Kultur • Politik“ der Öffentlichkeit vorgestellt.
Mit dem Dossier beabsichtigt der Deutsche Kulturrat eine Versachlichung der Debatte über das Zusammenleben in Deutschland. Das Dossier soll die kulturelle Vielfalt des Islams aufzeigen und Gespräche über das Miteinander in unserem Land anregen. Zugleich soll das Dossier dazu beitragen, Vorbehalte und Ängste gegenüber dem vermeintlich Fremden abzubauen.
In Kooperation mit dem Zentralrat der Muslime, der DITIB, dem Islamrat und dem Verband der Islamischen Kulturzentren konnte das Dossier auch Moscheen und muslimischen Kultureinrichtungen in Deutschland zugänglich gemacht werden.
An der Pressekonferenz nahmen Yavuz Selim Akgül, Vorstandsvorsitzender DITIB-Sehitlik Türkisch Islamische Gemeinde zu Neukölln e.V., Dr. Olaf Hahn, Leiter des Programmbereichs „Gesellschaft und Kultur“ der Robert Bosch Stiftung, Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland und Olaf Zimmermann, Herausgeber von politik und kultur und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates teil. weiter
Gemeinsames Signal der Hoffnung von Christen und Muslimen
07.01.2011- Eine Delegation des Zentralrats mit dem Vorsitzenden Aiman Mazyek hat gestern Abend den Weihnachtsgottesdienst der koptischen Kirche St. Maria in Düsseldorf besucht
„Für uns Muslime war es eine Selbstverständlichkeit gerade nach dem schrecklichen Attentat in Alexandria auch an diesem hohen christlichen Feiertag unsere tiefe Verbundenheit mit der koptischen Gemeinde in Deutschland zu zeigen. Es war für uns eine Ehre dem dreistündigen feierlichen Weihnachtsgottesdienst beizuwohnen“, erklärte Mazyek. Der koptische Pfarrer Boulos Shehata begrüßte vor den etwa 250 koptischen Gläubigen die Mitglieder des Zentralrates der Muslime sehr herzlich. In seiner Rede während des Gottesdienstes lobte er ausdrücklich das aufrichtige Mitgefühl des ZMD und der Muslime insgesamt. Zahllose Besuche, Telefonate und Emails der Kondolenz von Muslimen aus dem In- und Ausland seien bei ihm und der Gemeinde inzwischen eingegangen. Der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek drückte in einer kurzen Rede vor den Gläubigen und Vertretern der christlichen Kirchen, darunter Präses Nikolaus Schneider, erneut seine tiefe Anteilnahme aus und unterstrich an einem Beispiel die lange historische Bande zwischen Muslimen und koptischen Christen. Schließlich floh im 7. Jahrhundert ein Teil der ersten islamischen Gemeinde vor den Verfolgungen in Mekka nach Abessinien, wo sie vom christlichen Kaiser in Frieden und Freiheit aufgenommen wurden. Dies habe und werde man nie vergessen. Weitere kurze Redebeiträge aus der Gemeinde während des Gottesdienstes unterstrichen unter anderem, dass sich die Verbundenheit von Christen und Muslimen trotz der schrecklichen Tat von Alexandria nicht erschüttern lassen dürfe. „Keine Verbrecher auf der Welt können mit ihren schändlichen und gotteslästerlichen Taten einen Keil zwischen Christen und Muslime treiben“, zeigte sich Aiman Mazyek zufrieden mit dem gemeinsamen Signal der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit.
Der Rat der Gelehrten und Imame in Deutschland (RIGD) verurteilt die barbarische Tat von Alexandria; Koran fordert Schutz des Lebens und Schutz der Gotteshäuser
03.01.2011- Mit großer Erschütterung und Fassungslosigkeit hat der Rat der Gelehrten und Imame in DeutschlandRIGD mit Sitz in Frankfurt am Main die Nachricht des bestialischen terroristischen Attentats auf die Kirche der Heiligen (Kanesat al Qideeseen) in der ägyptischen Stadt Alexandria zur Kenntnis genommen.
In unserem Namen, im Namen aller Muslime in Deutschland sowie im Namen unserer Religion des Islams und im Namen der Universalwerte aller Anständigen in dieser Welt verurteilen wir hiermit herzlich und aufs aller schärfste diese feige blutige Tat, der mehrere Unschuldige während ihres Gottesdienstes zum Opfer fielen.
Der RIGD versichert, dass die Täter auf keinen Fall dem bekanntlich toleranten Ägypten angehören noch Anhänger des Islams sein können, denn Allah sagt eindeutig im Koran: “Wer einen Unschuldigen tötet, ohne dass dieser Unschuldige weder vorhin jemanden getötet noch ein entsprechendes Unheilgestiftet hat, verhält sich, als ob er Mord an allen Menschen begangen hätte” (Sure 5, Vers 32).
Gleichzeitig hofft der Rat der Gelehrten und Imame in Deutschland, dass solche Geschehnisse die guten christlich-islamischen Beziehungen in Ägypten und in der Welt nicht belasten und nicht für bestimmte Zwecke auf Kosten der Menschen und friedlichen Völker instrumentalisiert werden.
Der RIGD spricht allen Opferfamilien und dem großartigen ägyptischen Volk sein herzliches und bleibendes Beileid aus.
Und wir bitten Allah, den Erhabenen, Ägypten und das ägyptische Volk vor den Machenschaften und den Intrigen der Feinde zu schützen und Ägypten die Bösartigkeit dieser sichtbaren und unsichtbaren Fallen zu ersparen. Und Allah ist der Allerhörer unseres Gebets.
Vorstand des RIGD: Dr. Khlaed Hanafy, 1. Vorsitzender des RIGD, Rechtsgelehrter, Islamrechtsberater des IIS. eV. Frankfurt, Main
Sheikh Mohammed Antar, Stellvertretender Vorsitzender des RIGD, Iman und Prediger, Tarik ibn Ziad Moschee, Frankfurt
Sheikh Taha, Sekretär des RIGD, Imam und Prediger, Islamisches Zentrum, Frankfurt Main
KRM verurteilt das Selbstmordattentat im ägyptischen Alexandria, bei dem mehrheitlich christliche Zivilisten getötet und verletzt wurden
01.01.2011- Köln - Früh morgens gegen halb eins am heutigen Samstag explodierte ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug vor einer Kirche in Alexandria. Bei der Detonation kamen 21 Menschen ums Leben und 43 wurden verletzt. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen. Eine nahegelegene Moschee wurde von wütenden Christen beschädigt. Von unterschiedlichen Seiten werden subversive Kräfte für den Anschlag verantwortlich gemacht. Der Koordinationsrat der Muslime verurteilt diesen feigen und schrecklichen Anschlag auf das Schärfste.Der Sprecher des KRM Erol Pürlü äußerte sich bestürzt: „Wir verurteilen diesen schrecklichen und unmenschlichen Anschlag auf das Schärfste. Wer Menschen so hinterhältig und grausam Schaden zufügt und ermordet, kann sich auf keine Religion oder eine andere Weltanschauung berufen. Der Koran fordert den Schutz des Lebens und den Schutz von Gotteshäusern.“ Sure 22, 40: „Und wenn Allah nicht die einen Menschen durch die anderen abgewehrt hätte, so wären fürwahr Mönchsklausen, Kirchen, Synagogen und Moscheen zerstört worden, in denen Allahs Name häufig genannt wird.“ Der KRM* wünscht den Hinterbliebenen sein aufrichtiges Beileid und eine schnelle Genesung für die Verwundeten.
*Der Koordinierungsrat der Muslime KRM besteht aus DITIB, VIKZ, Islamrat und ZMD.
Die Islamische Gemeinschaft in D.(IGD) ist Gründungsmitglied des Zentralrates der Muslime in D.(ZMD).
Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland wünscht allen unseren christlichen Freunden und Mitbürgern frohe und besinnliche Festtage
In diesen Tagen feiern unsere christlichen Mitbürger Weihnachten. Gerade in der heutigen Zeit und insbesondere in diesen Tagen ist die Verbundenheit zwischen Angehörigen verschiedener Religionen von großer Bedeutung.
Nur gemeinsam können wir unserer Verantwortung gegenüber den Menschen in unserer Gesellschaft gerecht werden. Gerade zu Weihnachten wollen wir daran erinnern, dass die gemeinsamen Bestrebungen aller Menschen sich für die Verbreitung von Frieden, Gerechtigkeit, Respekt und Liebe einzusetzen, verstärkt werden müssen. Scharfmacher jeglichen Hintergrunds, die Ängste und Hass schüren, dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
In diesem Sinne möchten wir im Namen der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) allen Freunden und Mitbürgern in diesem unserem Land unsere herzlichsten Grüße übermitteln und wünschen fröhliche und besinnliche Festtage sowie ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr.
Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa (FIOE) verurteilt die Bombenanschläge in Stockholm
14.12.2010- Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa FIOE verurteilt mit Entschiedenheit die Bombenanschläge, die die schwedische Hauptstadt Stockholm am Samstag, den 11.12.2010 erschüttert haben. Ferner lehnt die Föderation den schändlichen Versuch ab, den Frieden und die Stabilität mit diesen Untaten zu gefährden.
Unabhängig von der Identität der Täter, ist das Terrorisieren und Blutvergießen Unschuldiger auf das Schärfste zu verurteilen.
Die FIOE betont auf der Grundlage der Lehren des Islam, dass die Tötung Unschuldiger, sowie Selbstmord in all ihren Formen verboten ist.
Diese Anschläge können auf keinen Fall mit dem Islam vereinbar, darüber hinaus verletzen sie alle moralischen und ethischen Verpflichtungen gegenüber der Mitmenschen. Die Föderation Islamischer Organisationen in Europa setzt große Hoofnung darauf, dass die schwedische Gesellschaft in ihrer Vielfalt die Fähigkeit besitzt, ihre Integrität und Zusammenhalt in dieser schwierigen Zeit zu festigen.
Es ist die Aufgabe aller Beteiligten, diese schwierige Situation durch mehr Zusammenarbeit innerhalb des Rechtsstaates zu begegnen und keinem die Gelegenheit zu geben, den sozialen Frieden und die Sicherheit der Bürger zu gefährden.
Die FIOE ist der Dachverband der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD
Der Tag von Aschuraa ist am Do, den 16.12.2010
Am Tag von Aschura fanden den Überlieferungen nach wichtige Ereignisse statt. Auf diesen Tag soll die Erschaffung Adams gefallen sein. Außerdem hat Noah an diesem Tag die Arche verlassen, Jakob erhielt sein Augenlicht wieder und die Kinder Israels konnten erfolgreich vor dem Pharao fliehen, der an dem Tag ertränkt wurde.
Dieser wichtige Tag ist der zehnte Tag im Monat Muharram. Das Wort Ashura kommt vom arabischen Zahlwort ´ashara, welches Zehn bedeutet.
Als Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Allah für die Errettung seines Volkes vor dem Pharao, pflegte der Prophet Musa (as) an diesem Tag zu fasten. Unser Prophet Muhammad (sas) führte diese Tradition weiter, sodass es allen Muslimen empfohlen ist, dies ebenfalls zu tun. Freiwillig ist es ebenfalls empfohlen, auch den Tag davor, den neunten Tag des Monats Muharram zu fasten.
Das Fasten am Tag Aschura gibt uns die Möglichkeit, dank Allahs großer Gnade, dass uns die Sünden des vorigen Jahres vergeben werden. Je mehr Tage im Monat Muharram gefastet werde, desto besser…. denn „Allah schenkt seine Barmherzigkeit in besonderer Weise, wem Er will.“ (2:105)
Deshalb, liebe Geschwister, lasst uns den Entschluss fassen, so oft wie möglich zu fasten und gute Taten zu begehen in der Hoffnung, dass Allah unsere Taten und Absichten annimmt. Amin!
Das andere Gesicht des Islam
FU Berlin, 12.12.2010- Sie zeichnet ein differenziertes Bild von der Lebenswirklichkeit der Muslime. FU-Professorin Gudrun Krämer wurde dafür mit einem Forschungspreis ausgezeichnet. Wie andere Islamwissenschaftler sieht aber auch sie sich einer Kampagne ausgesetzt.
Vor dem Institut für Islamwissenschaft der Freien Universität Berlin drängeln sich die Studenten, rauchen, reden, trinken Kaffee. Jeans und Parka, langer Rock, Rastazöpfe oder Kopftuch – hier studiert eine bunte Truppe Geschichte, Kultur und Religion der Muslime, lernt Türkisch, Arabisch oder das alte Osmanisch. Im zweiten Stock sitzt Institutschefin Gudrun Krämer in einem wuchtigen FU-blauen Sessel und freut sich über den Andrang. Seitdem sie 1996 von der Universität Bonn an die FU kam, hat sich vieles geändert für das einstige Orchideenfach – und damit auch für Krämer.
Nach dem 11. September 2001, als islamistische Attentäter die USA attackierten und fast 3000 Menschen in den Tod rissen, gibt es weltweit einen enormen Aufklärungsbedarf über den Islam, über muslimische Gesellschaften. Gudrun Krämer wurde zur öffentlichen „Islamversteherin“, die der schwelenden Konfliktlage in zahlreichen Zeitungs-, Radio- und Fernsehinterviews ein differenziertes Bild von der Lebenswirklichkeit und den Wertvorstellungen der Muslime entgegenhält.
Kürzlich wurde die 57-Jährige studierte Historikerin, Politologin und Anglistin dafür mit dem mit 100 000 Euro dotierten Forschungspreis der Gerda-Henkel-Stiftung ausgezeichnet. Ihr Forschungsgebiet untersuche sie „kritisch, aber mit sichtbarer Zuneigung“, heißt es in der Begründung der Jury unter dem Vorsitz des ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Forschungsgemeinschaft, Wolfgang Frühwald.
Kundgebung gegen antimuslimischen Rassismus, Hetze und Gewalt!
Berlin 2010: Schiefe Blicke und alltägliche Beleidigungen gegenüber MuslimInnen und vermuteten MuslimInnen sind an der Tagesordnung. Als sei das nicht genug, springen etablierte Trittbrettfahrer aus Politik und Medien auf den islamophoben Zug auf und schüren mit diskriminierenden und rassistischen “Integrationsdebatten“ Vorurteile, Ängste und Hass in der Bevölkerung. Im Klima dieser „achte auf deinen arabischen Nachbarn“ (frei nach Körting)-Stimmung spitzt sich die Situation immer weiter zu und gefährdet nun auch ganz konkret Menschenleben. Während medial eine Hexenjagd auf „islamistische Terroristen“ inszeniert wird, schlagen die aufgehetzten Moslemhasser hingegen ganz real zu und versuchten alleine in diesem Halbjahr bereits vier mal die Neuköllner Sehitlik-Moschee in Brand zu setzen! Auch auf die Al-Nur-Moschee in Süd-Berlin gab es jüngst einen Brandanschlag. Diese Ereignisse sind nur die Spitze einer gesellschaftlichen Stimmung der Ausgrenzung, Diskriminierung, Panikmache und des Rassismus. Die jüngste Eskalation nehmen wir zum Anlass um uns am 20.12 auf dem Neuköllner Hermannplatz zu versammeln und gegen diese Zustände in Medien, Politik und Bevölkerung ein Zeichen zu setzen und unsere Solidarität mit den Betroffenen zu demonstrieren.
Kundgebung gegen antimuslimischen Rassismus, Hetze und Gewalt Montag, 20. Dezember.2010 um 18 Uhr Hermannplatz (U7/U8 Hermannplatz)
ReachOut – Opferberatung und Bildung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus Oranienstraße 159, 10969 Berlin
KRM gratuliert Muslimen zum islamischen Neujahr
Besseres Klima im Zusammenleben von Muslimen, Christen, Juden und Menschen anderer Herkunft und Religionen in Deutschland erwünscht
Am Dienstag, den 07.12.2010 schreiben Muslime das Neujahr 1432. Der KRM wünscht allen Muslimen ein frohes und gesegnetes Neujahr. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit der Auswanderung (Hidschra) des Gesandten Muhammed (Friede sei mit Ihm) von seiner Heimatstadt Mekka nach Medina. Der Hidschrikalender besitzt wie auch der Sonnenkalender 12 Monate. Jedoch wird er nach den Zyklen des Mondes berechnet. So beträgt ein Mondmonat 29 bis 30 Tage und demnach ist auch ein Mondjahr um 11 Tage kürzer als ein Sonnenjahr.
Der KRM Sprecher Erol Pürlü sagte anlässlich des islamischen Neujahres: „Mögen alle im neuen Jahr von Gesundheit, Glück, Frieden und Segen Allahs geleitet sein. Wir wünschen uns im neuen Jahr, welches hintereinander gleich zweimal eintritt (islamisches und gregorianisches Neujahr), dass neue positive Signale die Debattenkultur bezüglich Integration und Islam in Deutschland beherrschen und so zu einem besseren Klima im Zusammenleben von Muslimen, Christen, Juden und Menschen anderer Herkunft und Religionen beitragen mögen.“
Mit dem Neujahr verknüpft ist auch der Aschura-Tag, der 10 Tage danach begangen wird. Es wird überliefert, dass an diesem Tag wichtige Ereignisse stattgefunden haben, wie die Erhörung des Gebetes von Adam, die Landung der Arche Noahs auf dem Berge Arafat, die Befreiung Mose und seines Volkes von der Knechtschaft Pharaos.
Am Aschura Tag ist es üblich freiwillig zu fasten und ein süßes Aschura-Gericht mit unterschiedlichen Zutaten, wie Sultaninen, Walnüsse, Feigen, Weizen, Bohnen, Kichererbsen, Datteln und Pfirsiche vorzubereiten, der gemeinsam mit Nachbarn und Freunden gegessen wird.
Marwa El Sherbinys Familie kämpft weiter für Gerechtigkeit und gegen Rassismus
02.12.2010- Das Oberlandesgericht Dresden muss über den Antrag auf Erhebung der öffentlichen
Klage und Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen Richter des Landgerichts wegen
fahrlässiger Tötung entscheiden - die Staatsanwaltschaft Dresden über eine neue
Strafanzeige gegen den Mörder wegen Volksverhetzung, Beschimpfung von
29.11.2010- In der Nacht zum ersten Adventssonntag legten Unbekannte Feuer, diesmal an der Berliner Al-Nur-Moschee. Wiederholte Brandanschläge auf Berliner Moscheen innerhalb kurzer Zeit.
In Berlin-Neukölln hat es erneut eine Brandstiftung an einer Moschee gegeben. In der Nacht zum Adventssonntag legten Unbekannte Feuer an der Al-Nur-Moschee, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Verletzt worden sei niemand, die Flammen seien von selbst wieder erloschen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Den Angaben des Sprechers zufolge war ein Mitglied der Gemeinde gegen 5.30 Uhr in das Gotteshaus gekommen, und hatte den erloschenen Brand an einem Eingang vorgefunden. Entdeckt wurde auch eine Flüssigkeit. Nähere Details nannte der Sprecher zunächst nicht. Innerhalb von 10 Tagen war dies der zweite Brandanschlag auf eine Berliner Moschee. Bereits am 19. November hatte es auf die Sehitlik-Moschee in Neukölln einen Brandanschlag gegeben (siehe untere Links). Die Täter wurden bislang nicht gefasst. Alleine auf die Sehitlik-Moschee wurden in den vergangenen sechs Monaten über vier Anschläge verübt.
KRM verurteilt Brandanschlag auf Sehitlik-Moschee in Berlin
Köln, 24.11.2010- Spercher Erol Pürlü:Übergriffe haben parallel mit populistischen Äußerungen gegenüber der muslimischen Minderheit zugenommen
Am vergangenen Freitag wurde ein Brandanschlag auf die Şehitlik-Moschee verübt, eine der größten und ältesten Moscheen in Berlin. Dies war bereits der vierte Anschlag auf diese Moschee in diesem Jahr. Dabei kamen glücklicherweise keine Menschen zu Schaden.
Erol Pürlü, der Sprecher der KRM, äußerte die Sorgen des KRM angesichts der zunehmenden Übergriffe auf Moscheen und Muslime: „In letzter Zeit verzeichnen wir immer mehr Übergriffe auf Moscheen und Muslime. Darunter sind Drohungen, Schmähbriefe, Diffamierungen, Gewaltübergriffe bis hin zu Brandstiftungen.
Wir beobachten, dass die Übergriffe parallel mit populistischen Äußerungen und dem starken Sinneswandel der Politik gegenüber der muslimischen Minderheit zugenommen hat.
Wir appellieren an Politik und Medien, dass Thema rational und sachlich zu führen und die islamischen Gemeinschaft, Islam und Muslime nicht mit dem Begriff des Terrors in einem Atemzug zu erwähnen und diese Begrifflichkeiten stark voneinander zu trennen und zu differenzieren. Dies würde einerseits helfen, die islamische Gemeinde nicht unter Generalverdacht zu stellen und andererseits die Angst und Hysterie in der Mehrheitsgesellschaft zu lindern.
Der KRM fordert daher die Politik auf, sich verstärkt für eine Anerkennungskultur und für die Versachlichung der Integrationsdebatte einzusetzen. „Die Anerkennung des Islam und seine Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften wird sicherlich zur Akzeptanz und Zusammenhalt der Vielfalt und damit der gesellschaftlichen Realität in unserem Lande beitragen“ so Pürlü.
Angesichts der aktuellen Terrorwarnungen sagte Pürlü: „Einerseits müssen wir aufmerksam sein, andererseits dürfen wir nicht in Hysterie verfallen. Wir rufen die Bevölkerung und die Politiker dazu auf, trotz aller berechtigten Sorgen und Ängste besonnen zu bleiben und Muslime nicht unter Generalverdacht zu stellen.“
23.11.2010- Muslime in Deutschland sehen sich vermehrt Übergriffen ausgesetzt. Ihr Zentralrat fürchtet einen voreiligen Verdacht gegen die Gläubigen.
Vor dem Hintergrund der Terrordiskussion macht der Zentralrat der Muslime in Deutschland ein wachsendes Klima der Angst innerhalb der muslimischen Gemeinde aus. Der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek sagte der „Financial Times Deutschland“, sein Verband verzeichne in jüngster Zeit eine Zunahme von „Hass-Mails“, Übergriffen auf Muslime und Anschlägen auf Moscheen.
Mazyek äußerte Befürchtungen vor einem voreiligen Verdacht gegen Menschen muslimischen Glaubens, weil die Trennschärfe zwischen Islam, Terror und Muslimen zunehmend schwinde. „Gerade in einer Zeit, in der Muslime vermehrt Übergriffen ausgesetzt und verängstigt sind, brauchen sie deutliche Signale, dass sie zur deutschen Gesellschaft dazugehören, nötiger denn je“, sagte Mazyek der „FTD“. „Wenn wir das nicht tun, spielen wir den Terroristen in die Hände.“ Der Zentralrat steht nach eigenen Angaben stellvertretend für 19 muslimische Organisationen.
Auch Innenminister Thomas de Maizière warnte davor, hier lebende Moslems unter Generalverdacht zu stellen. Dies dürfe auf keinen Fall geschehen, sagte der CDU-Politiker beim Bundeskongress der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin. Zugleich stärkte de Maizière den Polizisten den Rücken. Eine Reihe von Beamten seien mit Maschinenpistolen bewaffnet und müssten jederzeit mit einem hinterhältigen Angriff rechnen. Die Beamten seien hochmotiviert, besonnen und gut ausgebildet. Es sei ihr Verdienst, dass in der jetzigen Lage bei vielen Menschen kein Gefühl von Unsicherheit, sondern zumeist von Sicherheit entstehe.
«Wer nur Scharia schreiben kann, gilt schon als Islamexperte». Bundespräsident Christian Wulff, 02.11.2010 Berlin
ZMD: Schutz von Moscheen anstatt vage Terrorwarnungen instrumentalisieren
20.11.2010- Innerhalb eines halben Jahres vier Anschläge auf die Berliner Sehitlik-Moschee - Mazyek: "Terroristen werden durch kluge Fahndungstaktik gefasst und nicht durch emotional aufgeladene Terrorwarnungen und Instrumentalisierungen von Bombenattrappen" - BKA: keine Terror-Hysterie
Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek forderte einen besseren Schutz islamischer Gotteshäuser: «Es vergeht keine Woche, ohne dass ein Übergriff auf eine Moschee oder einen muslimischen Bürger stattfindet. Die gegenwärtige Terrorhysterie verschärft dieses Klima und führt zur Entsolidarisierung gegenüber Muslimen und stärkt die Menschen, die Anschläge und Übergriffe auf sie planen.» Auf die Sehitlik-Moschee, die größte Berlins, seien innerhalb eines halben Jahres vier Anschläge verübt worden, zuletzt am Freitag.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat ebenfalls den jüngsten Brandanschlag auf die Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln scharf verurteilt. In einer Erklärung der Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch heißt es, sollte es sich um einen politisch motivierten Anschlag gehandelt haben, wäre das ein weiteres alarmierendes Zeichen für ein Erstarken rechtsradikalen Gedankenguts in Deutschland. weiter
Aiman Mazyek lässt FDP-Mitgliedschaft ruhen
20.11.2010- "Die Vergabe des Freiheitspreises an eine einschlägig bekannte Islamhasserin sei nur ein erneutes Beispiel einer verfehlten Politik, von der ich mich distanziere“
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, lässt seine FDP-Mitgliedschaft ruhen. In einem Brief an die Parteiführung begründete Mazyek dies unter anderem mit der Haltung sich immer weiter von der einstigen Bürgerrechtspartei zu entfernen.
Über Mazyeks Brief, datiert vom 8. November, berichtete zunächst die türkische Tageszeitung ZAMAN. Zwei Tage zuvor hatte die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung die Islamkritikerin Necla Kelek geehrt. Die Vergabe des Freiheitspreises an eine „einschlägig bekannte Islamhasserin“, schreibt Mazyek, sei „nur ein erneutes Beispiel einer verfehlten Politik, von der ich mich distanziere“.
Die FDP müsse „weg von der Nibelungentreue zur Union und selbstkritisch hinterfragen, ob der eingeschlagene Weg als Steuersenkungspartei, als Abnicker verschärfter Sicherheitsgesetze zulasten der Freiheit bis hin zu Verbotsgesetzen (Online-Abfragen oder Kopftuchverbote) nicht der falsche Weg“ sei, schreibt Mazyek. Die FDP müsse zur Bürgerrechtspartei zurückfinden.
Liebe Geschwister im Islam, liebe Mitbürger
Am Dienstag, dem 16.11.10 (10. Dhul Hijja) ist 'Id/Kurban Bayram/Opferfest.
Wir wünschen allen Muslimen im Namen der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD weltweit ein gesegnetes Opferfest. Möge Allah ihre Gottesdienste annehmen und der Welt Frieden schenken.
Am Montag, den 15.11.10 (9. Dhul Hijja) ist der Tag von Arafat.
FASTET an diesem Tag, denn wer an diesem Tag fastet, dem: „vergibt ALLAH die Sünden des vergangenen Jahres und die des folgenden.“ überliefert von Muslim.
Des Weiteren berichtet Aischa (r), dass der Gesandte Allâhs (s) sagte: “Es gibt keinen Tag, an dem Allâh so viele Diener von der Hölle befreit, wie am Tage von `Arafat.“ überliefert von Muslim.
An diesem Tag stehen mehr als 2,5 Mio. Pilger verschiedener Herkunft, verschiedener Sprachen und Hautfarben, vereint am Berg Arafat. Vor Allah gleich, versammeln sie sich auf dem Hochplateau nahe Mekka, auf dem der Prophet Mohammed-Friede auf ihm- vor 1421 Jahren seine Abschiedspredigt hielt.
Das Opferfest, das wichtigste und größte Fest der Muslime, wird zum Höhepunkt des Hadsch gefeiert, der Wallfahrt nach Mekka. Beim Opferfest wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der die göttliche Probe bestanden hatte und bereit war, seinen Sohn Ismael Allah zu opfern. Als Allah (Gott) seine Bereitschaft und sein Gottvertrauen sah, gebot er ihm Einhalt und Ibrahim und Ismail opferten daraufhin voller Dankbarkeit im Kreis von Freunden und Bedürftigen einen Widder. (Koran, Sure 37, 99–113)
Es ist für alle gläubigen Muslime Sunna, an diesem so freudigen Tag ein Tier zu opfern, wenn sie es sich denn finanziell leisten können. Das Fleisch des Tieres sollen sie auch unter den Armen und Hungrigen verteilen.
Zu guter Letzt möchten wir insbesondere allen Muslimen in Deutschland unsere Glückwünsche erneuern und alle Bitten mit ihren Nachbarn in Deutschland diese freudigen Tage zu begehen.
Zentralrat der Muslime in Deutschlang (ZMD) kritisiert diesjährige Vergabe des Freiheitspreises
05.11.2010- FDP Stiftung zeichnet Islamkritikerin aus
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) nennt die Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung an Frau Necla Kelek ein falsches und unverantwortliches Signal in der ohnehin völlig überhitzten Integrationsdebatte.
„Die FDP-nahe Naumann-Stiftung eine Islamkritikerin, die Vorurteile und die Spaltung
zwischen Muslimen und Nichtmuslimen vorantreibt. Das dient alles andere, als der Stärkung der Freiheit, vielmehr erfahren dadurch extreme Ränder Zulauf und die Mitte wird weiter
geschwächt“, sagte heute der Zentralratsvorsitzender Aiman Mazyek in Köln.
Keleks pseudowissenschaftlicher Ansatz und Kardinalfehler ständig soziale und wirtschaftliche Konflikte und Probleme bei Zuwanderern als „islamisch“ zu beschreiben ist hinlänglich bekannt und längst seitens der seriösen Wissenschaft als solcher kritisiert und widersprochen worden.
Hinzu kommen ihre wiederholten Beleidigungen der Muslimas und Muslime, so hat Kelek erst kürzlich in einem ZDF Forum am Freitag Interview den angeblich gesteigerten Sexualtrieb von muslimischen Männern und die Sodomie als islamische Handlung deklariert. Kopftuchtragende Frauen, die ohnehin schon stark von Diskriminierung betroffen sind, werden von ihr als "Islam Bitches“ bezeichnet.
"Ein Freiheitspreis gebührt Menschen, die für eine gelungene Integration und ein friedliches
Zusammenleben verschiedener Religionen und Kulturen einstehen, und nicht denjenigen die
Diskriminierung und Verachtung salonfähig machen, die Würde von Menschen anderen
Glaubens in den Schmutz ziehen und damit ein Menschenrecht verletzen“, sagte Mazyek weiter.
Diese Auszeichnung ist ein weiterer trauriger Höhepunkt der politischen Islamkarikatur, welche Muslimas und Muslime jeden Tag in Deutschland erleben.
Islam für Unversehrtheit und Schutz aller Gotteshäuser und aller Relgionen
01.11.2010- ZMD verurteilt „Massaker“ an irakischen Christen „aufs Schärfste“ Weiterer Höhepunkt der Spirale der Gewalt im Irak nach begonnenem Krieg
Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) verurteilt das gestrige Massaker an mindestens 39 irakischen Christen in der Kirche auf Schärfste.
Der ZMD betont deutlich, dass derartige Taten durch keine Religion zu begründen sind, sei es der kürzlich verübte Brandanschlag auf eine Kirche in Jerusalem oder eben das durch Terroristen verübte Massaker im Irak. Nich zuletzt weil aber oft falsche Verbindungen zum Islam gezogen werden, erklärt ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek heute Nachmittag in Köln in aller Entschiedenheit: "Für so etwas gibt es in keinster Weise nur den Hauch einer Rechtfertigung, im Gegenteil: der Koran fordert den Schutz aller Gotteshäuser und der Prophet als Vorbild erhebt sich ausdrücklich zum Fürsprecher von Christen und Juden, deren Unversehrtheit auf diese Weise angetastet wird."
Einmal mehr wird deutlich, dass die Spirale der Gewalt nach dem begonnenem Krieg der Alliierten nicht abgenommen hat und dass dieses Blutbad ein weiterer schrecklicher Höhepunkt der Chronik der Gewalt ist, die seit Kriegsbeginn 2003 hunderttausenden unschuldigen Zivilisten jeder Religion im Zweistromland das Leben gekostet hat.
Wie "grün" ist der Islam? Umwelt- und Klimaschutz mit muslimischer Perspektive
38:26 *O Dāwūd, Wir haben dich zu einem Statthalter(Khalifa) auf der Erde gemacht. So richte zwischen den Menschen der Wahrheit entsprechend und folge nicht der Neigung, auf daß sie dich nicht von Gottes Weg abirren läßt.*
Statthalter= Khalifa: Der Mensch ist Gottes Statthalter und Hüter der Schöpfung. In den islamischen Quellen gibt es zahlreiche Prinzipien und Praktiken, die einen ethischen Umgang mit der Schöpfung verlangen und zu konkretem Umwelthandeln (u.a. Naturschutz, Wasserschutz) auffordern. Sie können eine starke Motivation für den Natur- und Klimaschutz darstellen. Über ihren Glauben werden Menschen erreicht, die bisher am Nachhaltigkeitsdiskurs kaum beteiligt waren. In Großbritannien gibt es muslimische Initiativen, die das vorbildhaft umsetzen.
In Deutschland wird das Potenzial einer islamischen Begründung für den Klima- und Umweltschutz weder von Umweltverbänden noch von der muslimischen Community selbst ausgeschöpft. Dennoch: Nach dem Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen suchen die Umweltverbände nach neuen Bündnispartnern. Besonders die Debatte um Suffizienz statt Wachstum könnte durch Muslime neue Impulse erhalten.
Die Tagung bietet ein Forum, in dem erste Ansätze islamische Bezüge im Klima- und Umweltschutz aufzunehmen diskutiert werden und deren Umsetzung in konkretes Umwelthandeln weiterentwickelt werden sollen.
Sie sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Dr. Lidwina Meyer,Evangelische Akademie Loccum, Tagungsleiterin Dr. Stephan Schaede, Akademiedirektor
20.10.2010- ZMD: „Weltoffenheit und Religionsfreiheit ist kein Widerspruch zur Einheit eines Landes, sondern sie gehören zusammen.“ - Wulff unterstützt deutsch –türkischen Wirtschaftsboom
Bundespräsident Christian Wulff will deutsche und türkische Unternehmer treffen und den deutsch-türkischen Wirtschaftsboom weiter ankurbeln. Wulff wird auf seiner Reise von einer 15-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. In Kayseri soll auch über Investitionen deutscher Unternehmen und den Ausbau der Zusammenarbeit im Energiesektor gesprochen werden. Deutschland ist für die Türkei der wichtigste Wirtschaftspartner. Inzwischen ist das Land aber auch selber eine aufstrebende Wirtschaftsnation, die im ersten Halbjahr 2010 ein Wachstum von etwa 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete. Die deutschen Exporte in die Türkei stiegen um 40 Prozent.
Am Dienstag hatte Wulff vor dem Parlament in Ankara mehr Toleranz gegenüber den Christen gefordert und die Integrationsdebatte in Deutschland aufgegriffen. "Die Religionsfreiheit ist Teil unseres Verständnisses von Europa als Wertegemeinschaft." In Deutschland könnten Muslime ihren Glauben "in würdigem Rahmen praktizieren", was an der wachsenden Zahl der Moscheen in der Bundesrepublik ablesbar sei. "Gleichzeitig erwarten wir, dass Christen in islamischen Ländern das gleiche Recht haben, ihren Glauben öffentlich zu leben, theologischen Nachwuchs auszubilden und Kirchen zu bauen", sagte Wulff, der damit auf die rechtlichen Probleme der Christen anspielte, die weniger als ein Prozent der Menschen in dem 70-Millionen-Land Türkei ausmachen.
Positiv reagierte der Zentralrat der Muslime (ZMD) in Deutschland. Im Gespräch mit der WAZ-Gruppe bezeichnete der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek Wulffs Worte als "klug gewählt". Mazyek verglich die Integrationsdebatte in Deutschland mit der um religiöse Minderheiten in der Türkei: "Genau so, wie in der Türkei Christen von Ultra-Nationalisten als Gefahr für die Einheit des Landes betrachtet werden, sehen Rechte in Deutschland hinter jedem Muslim den Untergang des christlichen Abendlandes." weiter
Verbände begrüßen Entscheidung zum Aufbau von Studiengängen zur Imam-Ausbildung
15.10.2010- In Tübingen, Münster und Osnabrück sollen zukünftig u.a. islamische Religionslehrer und Imame ausgebildet werden. „Imame sind Vorbeter, Wissensvermittler, Seelsorger und auch Integrations-lotsen.“
Bundesbildungsministerin Anette Schavan hat gestern die Standorte bekanntgegeben an denen islamische Studiengänge eingerichtet werden sollen. In Tübingen, Münster und Osnabrück, verteilt auf die Bundesländer Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, sollen unter anderem islamische Religionslehrer für die Erteilung von islamischem Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ausgebildet werden. An den Universitäten sollen zukünftig islamisch-theologische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Religionslehrerinnen und Religionslehrer sowie Religionsgelehrte unter anderem für Moscheen und als Sozialarbeiter tätige Personen ausgebildet werden.
Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) begrüßt die Entscheidung der Bundesministerin Schavan, an unterschiedlichen Standorten den Aufbau von islamischen Studiengängen zu unterstützen. KRM-Sprecher Erol Pürlü hierzu: „Der Islam ist ein Teil Deutschlands. Die Einrichtung und Förderung von islamischen Zentren für die Ausbildung von muslimischen Religionslehrern ist einer der wichtigen Schritte zur strukturellen Integration des Islam hierzulande. Dies kann nur gelingen, wenn die verfassungsrechtlich erforderliche Mitwirkung der islamischen Religionsgemeinschaften unter Wahrung des Selbstbestimmungsrechts dieser gewährleistet wird.“
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe): "Das ist ganz in unserem Sinne. Imame sind Vorbeter, Wissensvermittler, Seelsorger und auch Integrations-lotsen. Deshalb ist es wichtig, dass sie von hier kommen, eine universitäre Ausbildung haben und qualifiziert auf die gesellschaftlichen Herausforderungen in Deutschland eingehen können." Mazyek fügte allerdings hinzu: "Der Islam muss nicht verändert werden, sondern die Muslime müssen hier heimisch werden. Dazu gehört, dass man den Islam als gleichberechtigte und anerkannte Religionsgemeinschaft sieht. Das ist noch nicht der Fall. Die Ausbildung von Imamen ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg der Anerkennung." www.islam.de
PM des ZMD: Zum Vorstoß der SPD und Grünen-Fraktion zur rechtlichen Anerkennung des Islams in Deutschland
08.10.2010- Zum Vorstoß der SPD und Grünen-Fraktion zur rechtlichen Anerkennung des Islams in Deutschland sagte heute der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek:
"Wir unterstützen ausdrücklich den Vorstoß der SPD und der Grünen-Bundestagsfraktion um das Bemühen einer fairen Chance für die Muslime. Der Vorschlag des innenpolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, Gespräche mit den islamischen Religionsgemeinschaften aufzunehmen mit den Ziel einer staatlichen Anerkennung, zielt in die richtige Richtung, weil so viele integrationspolitische Probleme gelöst werden können.
Wir brauchen jetzt keine Freund-Feind-Debatte, sondern praktische Lösungsansätze und einen Dialog auf Augenhöhe, der die multireligiöse Vielfalt in unserem Land bejaht und rechtlich absichert.
Fordern durch Anerkennung und Fördern durch Partizipation sollte unser Credo zukünftig heißen. Das hat auch unserer Fußballnationalmannschaft geholfen, von der wir heute im Deutschland-Türkei-Spiel wieder erfrischende Spielkultur erwarten dürfen. Diese Linie wird auch unser Land weiter bringen, alles andere ist rückwärtsgewandt und verbraucht"
Wir sind ein Volk! Wir sind Deutschland!
05.10.2010- Wie erfrischend ist es, fast wie Balsam, nach den Diskussionen der letzten Wochen der Rede unseres Bundespräsidenten zum Tag der Deutschen Einheit zu zuhören. Mit dem Brückenschlag von den Herausforderungen und dem Erfolg der deutschen Einheit zur Einheit Deutschlands und den damit verbundenen Herausforderungen schafft er die Verbindung zwischen der neuen Geschichte Deutschlands und dem Hier und Heute. Er geht damit genau den Weg, den er sich selber vorgezeichnet hat… Brückenbauer und Präsident aller Deutschen zu sein. Herr Bundespräsident Wulff rückt vieles an den rechten Platz und baut auf. Damit steht er im Gegensatz zu denen, die Hass säen, zerstören und niederreißen. Und dafür danken wir Ihm.
Sicher ist der Weg des Aufbaus um einiges schwieriger als der der Zerstörung. Schließlich dauert der Hausbau bedeutend länger und erfordert weit größere Anstrengung, als das gleiche Haus niederzureißen. Im ersten Fall wäre das Ergebnis ein wunderschönes, stabiles und zeitgemäßes Haus, an dem alle mitgewirkt haben. Von einer Ruine hat jedoch keiner etwas. Weder ist sie schön anzusehen, noch von Nutzen. Natürlich erfordert das im Sinne der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft sich konstruktiv mit allen Bürgern auseinander zu setzen. Es erfordert den Einsatz eines jeden, insbesondere den der Muslime, sich einzubringen, seinen Beitrag zu leisten, auf seine Umgebung einzuwirken und sich in letzter Konsequenz dadurch zu verändern.
Selbstverständlich ist, dass bei dem Prozess der Weiterentwicklung gegebene Gesetze eingehalten werden müssen. Niemand steht über den Gesetzen. Weitere Voraussetzung ist nicht nur Toleranz, sondern vor allem Respekt. Nicht alle Menschen müssen den exakt gleichen Lebensentwurf haben. Sie müssen aber den Lebensentwurf der anderen respektieren. Dritte Zutat ist neben der Gesetzestreue und dem Respekt die Fairness.
Kocht man ein Gericht, wie aufwendig es auch immer sein mag, so ist die Zugabe aller Zutaten in der erforderlichen Menge Voraussetzung dafür, dass es am Ende schmeckt. Aber auch die Temperatur muss stimmen, sonst verbrennt unser leckeres Gericht. Genauso verhält es sich mit der Gesellschaft. Konflikte müssen ausgetragen werden. Sie sind zentraler Bestandteil von Weiterentwicklung. Werden Diskussionen jedoch zu sehr aufgeheizt, mit falschen Fakten und emotional geführt, verbrennt man sich am Ende daran. Ein mancher mag das als Drohung verstehen. Dies ist es ausdrücklich nicht. Es ist eine Warnung für uns alle, denn wir alle sind Bestandteil des eben beschriebenen Hauses oder Gerichts.
Der Weg, den der Bundespräsident vorgibt, ist genau der, den wir brauchen. Erfreulich ist, dass nicht nur er so denkt, spricht und handelt. Es gibt so viele erfolgreiche Beispiele in unserer Gesellschaft, von denen wir alle lernen können. Diese Erfolge sind es, die wir allen zugänglich machen müssen. Das ist gesellschaftliche Verantwortung aller, insbesondere der Medien. Was wir nicht wissen müssen, ist eine Berichterstattung aller Einzelheiten der Schritte des verirrten Pastor Jones. Was wir nicht brauchen ist eine Auszeichnung Westergaards für seine Provokationen oder durch permanente Wiederholung eine Assoziationen des Islam mit Gewalt manifestieren zu wollen. Was uns jedoch fehlt sind Informationen über die Erfolge von Integration aus den Städten, Vereinen, Kirchen, Synagogen und Moscheen. Und davon gibt es viele. Das wird Motivation für viele von uns sein, sich mit noch größerer Anstrengung einzubringen. Wir haben alle noch den Erfolg unserer Elf bei der Weltmeisterschaft in Erinnerung und welches Gefühl dies ausgelöst hat. Dies wird bestätigen und bestärken, dass wir vielerorts bereits ein Volk und ein Deutschland sind. Der Weg ist damit klar. Die Reaktionen auf die Rede Wulffs zeigen aber auch, dass wir noch lange nicht am Ende sind. Arbeiten wir, die wir von diesem Weg überzeugt sind daran, möglichst alle Bürger unseres Landes dafür zu begeistern.
Khallad Swaid
Stellvertretender Präsident der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland
Natürlich bin auch ich der Präsident der Muslime
Zentralrat begrüßt die Rede des Bundespräsidenten Christian Wulff - Hier Auszüge - Mazyek: „Weg zur inneren Einheit ist weit“
04.10.2010- Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat die Bemerkungen von Bundespräsident Christian Wulff zum Platz des Islam in der deutschen Gesellschaft begrüßt. Wulff habe in seiner Rede zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung ein "klares, deutliches und wichtiges Signal für alle Muslime in Deutschland" gegeben, sagte der Zentralratsvorsitzende Aiman Mazyek der "Bild"-Zeitung. "Wulffs Rede war ein Zeichen, dass die Muslime keine Bürger zweiter Klasse sind", sagte Mazyek dem Blatt. In der Vergangenheit seien die Fronten oft verhärtet gewesen. "Doch Wulff hat klar gemacht: Verschiedene Lebensentwürfe und Vielfalt sind erwünscht."
Der Bundespräsident hatte in seiner Rede am Sonntag (siehe unterer Link und Auszüge im Folgenden) in Bremen die Einwanderer hierzulande eindringlich zur Integration aufgefordert, die Deutschen aber zugleich zu Offenheit und Toleranz ermahnt: Neben Christen- und Judentum gehöre auch der Islam zu Deutschland, sagte er. In der "Berliner Zeitung" warnte Mazyek vor der Gefahr, dass Menschen angesichts von sozialen und wirtschaftlichen Unsicherheiten auf "Populisten und Scharlatane" hereinfielen. Als Beispiel nannte der Zentralratsvorsitzende die umstrittenen Thesen des SPD-Politikers und Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin zur angeblichen Bildungsferne muslimischer Einwanderer. Vor diesem Hintergrund sei die Rede Wulffs "wohltuend und differenziert" gewesen.
„Um die innere Einheit zu erreichen, müssen wir noch ein beträchtliches Stück Weg zurücklegen. Das gilt eben nicht nur für das Zusammenwachsen zwischen Ost und West, sondern auch für das Zusammenwachsen von unterschiedlichen Kulturen und religiösen Anschauungen. Darauf hat Wulff ausdrücklich verwiesen, und das begrüßen wir natürlich“, sagte Aiman Mazyek zudem der „Frankfurter Rundschau “ in einem Interview für die heutige Montagausgabe.
KRM begrüßte die Rede des Bundespräsidenten Christian Wulff anlässlich des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung
"Muslime fühlen sich hier zu Hause"
05.10.2010- Der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland (KRM) hat die Rede von Bundespräsident Christian Wulff zum 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung einhellig begrüßt. Dies verlautbarte der KRM in einer Pressemitteilung vom 04.10. KRM-Sprecher Pürlü vom Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) betonte dazu: "Muslime leben sehr gerne in Deutschland und fühlen sich hier zuhause. Sie bekennen sich zu den grundgesetzlichen Werten dieses Landes und leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft." Der Bundespräsident habe mit seiner Rede ein wichtiges Signal in die Gesellschaft gesendet. Eine Willkommens- und Anerkennungskultur fördere das friedliche Zusammenleben in diesem, unseren Land. Dabei sei auch wichtig, dass die „Einbürgerung“ des Islam hierzulande voranschreite, indem islamischer Religionsunterricht an Schulen und islamische Lehrstühle an Hochschulen bald eingeführt werden.
Amman: König Abdallah II überreicht Murad Wilfried Hofmann Freiheitsmedaille 1.Klasse
PM: Zentralrat gratuliert seinem langjährigen Beiratsmitglied: „Stolz solch einen Menschen in unseren Reihen zu wissen“
02.10.2010- Dr. Murad Wilfried Hofmann, Beirat im Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD), wurde soeben vom jordanischen König Abdallah II in ´Amman mit dem höchsten für Ausländer vorgesehenen Orden des Landes, der Freiheitsmedaille 1. Klasse, ausgezeichnet.
Der Zentralrat der Muslime gratuliert heute seinem langjährigen Beiratsmitglied für diese Auszeichnung. Der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek zagte dazu: „Diese Auszeichnung durch den jordanischen König spricht einmal mehr für Hofmanns ausgezeichneten Ruf, den er in der muslimischen Welt genießt. Wir sind stolz solch einen Menschen in unseren Reihen zu wissen“.
Hofmann ist seit 1994 Mitglied der jordanischen Stiftung für Islamisches Denken, an deren alljährlichen Symposium er regelmäßig teilnimmt. Das diesjährige Treffen beschäftigte sich mit dem christlich-islamischen Dialog, an dem u.a. die Professoren Dres. Richard Heinzmann, Dietmar Mieth und Martin Arneth von der katholischen Eugen Biser-Stiftung in München teilnahmen. Die Konferenz gab zudem die Gelegenheit, gemeinsam am östlichen Jordan-Ufer (nördlich des Toten Meeres) jenen Ort zu besichtigen, an dem Jesus getauft worden war.
PM der IGD: Der Rechtsstaat hat gesiegt!
Einstellung der Ermittlungen gegen den Präsidenten der Islamischen Gemeinschaft a.D.
21.09.2010- Mit Freude hat die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. die Einstellung der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in München gegen ihren früheren Präsidenten Ibrahim El-Zayat wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Kenntnis genommen.
Samir Falah, der amtierende Präsident der IGD sagte: „Für uns war von Anfang an klar, dass es sich hier offensichtlich um ein politisch motiviertes Verfahren gehandelt hat. Herr El-Zayat war aufgrund seiner kritischen Position zur Assimilation von Muslimen in bestimmten Kreisen in die Kritik geraten und es war sehr erstaunlich, mit welchen Mitteln man versucht hat, unerwünschte Positionen zum Schweigen zu bringen“.
Die massiven Vorwürfe gegen El-Zayat, dem damaligen Präsidenten der IGD, Ahmad Al-Khalifa, dem früheren Generalsekretär der IGD und unter anderem auch Oguz Ücüncü, dem Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs haben vor ca. 18 Monaten zu großer Unruhe innerhalb des organisierten Islam geführt und wurden im weiteren als Anlass genommen, den Islamrat aus dem Dialog mit den staatlichen Institutionen zur Zukunft des Islams zu verbannen.
El-Zayat selbst sagte heute: „Dies ist ein Sieg des Rechtsstaats, der hiermit deutlich gemacht hat, dass die Justiz sich im Ergebnis nicht zur Bekämpfung missliebiger Stimmen in der Integrationsdebatte missbrauchen lässt. Nichtsdestotrotz bleibt eine erhebliche Rufschädigung bestehen. Es ist entsetzlich, dass auf der Grundlage von Ermittlungen bereits massive Vorverurteilungen vorgenommen wurden. Mann kann wohl davon ausgehen, dass nun sicher nicht in gleicher Form wieder zurückgenommen werden. Die groteske Zusammenstellung der Beschuldigten und die Massivität der Vorwürfe bleiben ein unrühmliches Kapitel in der Auseinandersetzung mit den Muslimen in Deutschland.“
El-Zayat fügte weiter hinzu: „Die teilweise fortgesetzte diskriminierende Präventionspolitik und der weiter anhaltende Versuch unter anderem auch im Rahmen der DIK II die Einbeziehung der Muslime in die Gesellschaft ohne wirkliche Beteiligung der Betroffenen zu diskutieren und umzusetzen wird zu keinem Erfolg führen. Im Gegenteil ist eine solche Vorgehensweise für Deutschland kontraproduktiv und lässt den Glauben in eine funktionierende demokratische Streitkultur vermissen.“
El-Zayat war Ende des letzten Jahres nach zwei Legislaturperioden an der Spitze der IGD ausgeschieden und stand aus satzungsrechtlichen Gründen nicht mehr als Kandidat zur Verfügung.
Sein Nachfolger Samir Falah äußerte im Weiteren die Hoffnung, dass „alle, die sich an der Rufschädigung dieser wichtigen Persönlichkeiten des Islam in Deutschland beteiligt haben, ihre Fehler einsehen und mit vergleichbaren Anstrengungen die Rehabilitation betreiben. Auch und insbesondere in Anbetracht der Diskussionen um die Sarrazinthesen ist es wichtig, Emotionen aus der Debatte zu nehmen und endlich in der Sache und mit den Betroffenen zu reden! Begrüßenswert in diesem Zusammenhang sind erste Ansätze von Staatsverträgen mit den Muslimen auf der Ebene der Bundesländer, die jedoch mit einer größeren Ernsthaftigkeit auf allen Seiten vorangebracht werden müssen.“
PM der IGMG: Staatsanwaltschaft München I beendet politisches Verfahren gegen IGMG-Generalsekretär
21.09.2010- Anlässlich der Einstellung des 19 Monate dauernden Ermittlungsverfahrens, betrieben durch die Staatsanwaltschaft München I, wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erklärte der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Oğuz Üçüncü:
„Die Staatsanwaltschaft München I hat mir nun offiziell mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren gegen meine Person wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung nach § 170 Abs. 2 StPO eingestellt wurde. Mir wurde vorgeworfen, gemeinsam mit anderen Personen eine kriminelle Vereinigung gebildet und mich damit „gegen die westliche Gesellschaft und ihre Werte und der damit einhergehenden Verteidigung der muslimischen Welt gegen die Ungläubigen“, verbündet zu haben. Dieser vermeintlichen Vereinigung - manche angeblichen Beteiligten kenne ich nicht einmal – wurde vorgeworfen, Straftaten wie Betrug, Urkundenfälschung, Bankrott, Geldwäsche, Unterstützung verbotener Organisationen und Unterstützung einer in der EU-Terrorliste angeführten Gruppierung begangen zu haben.
Im Ermittlungsverfahren wurde mir nichts Konkretes vorgeworfen, außer der abstrakten Floskel, ich sei „in die Entscheidungsfindung der Gruppierung mit eingebunden“ gewesen. So gab es von Anfang an nicht den geringsten Zweifel, dass das Verfahren am Ende eingestellt wird. Nach der medialen Eröffnung und der langen Dauer hatte es seinen politischen Zweck, nämlich angesehene Persönlichkeiten der muslimischen Gemeinschaft zu diskreditieren, erfüllt. Der rechtstaatliche Vorsatz der Unschuldsvermutung war von Anfang an nicht vorhanden. Die vorgeblich kritischen Medien berichteten fast ausschließlich aus dem Blickwinkel der Behörden, verbreiteten die Vorwürfe, ohne sich auch nur im Ansatz der Materie und der offensichtlich gewordenen politischen Motivation zu widmen.
Dabei wäre aus Sicht einer kritischen Öffentlichkeit schon die unterstellte Motivation im Ermittlungsbeschluss Anlass genug gewesen, die Glaubwürdigkeit des angestrengten Verfahrens in Zweifel zu ziehen. Ganz zu schweigen von den einzigartigen Arbeitsmethoden der Arbeitsgruppe BIRGIT (Beschleunigte Identifizierung und Rückführung von Gefährdern aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus/ Extremismus), dem Druck auf Beamten des polizeilichen Staatsschutzes zur Lieferung von belastendem Material, den falschen Behördenzeugnissen in Gerichtsverfahren und nicht zuletzt offiziellen Regierungsdokumenten einzelner Bundesländer, die ausdrücklich erwähnen, dass zur Bekämpfung der IGMG „polizeiliche Aktionen ohne Extremismusbezug“ und „Ermittlungen wegen Steuervergehen“ vorgenommen werden sollen. Aspekte, die in einem nichtmuslimischen Kontext längst eine Welle der Empörung ausgelöst hätten.
Vor allem im Hinblick auf die Defizite bei der Beachtung rechtstaatlicher Grundsätze und der Wahrung einer freiheitlich-demokratischen Streitkultur ist das Schweigen der Öffentlichkeit zum Umgang der Staatsgewalt mit den Muslimen im Allgemeinen und der IGMG im Besonderen höchst bedauernswert. Es bleibt abzuwarten, ob vor allem solche Personen, die das Ermittlungsverfahren instrumentalisiert haben und mit falschen Informationen und Bewertungen die öffentliche Vorverurteilung nachdrücklich unterstützt haben, sich nun auch öffentlich äußern und ihre Haltung zumindest hinterfragen werden.
Jedenfalls haben die angestrengten Maßnahmen nichts am Zuspruch der Muslime für die IGMG geändert. Dies ist nicht zuletzt dem Kurs der IGMG geschuldet, sich rigoros für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und die Vielfalt in unserem Land einzusetzen, die verfassungsrechtlich verbürgten Interessen der Muslime aufrichtig auf allen Ebenen zu vertreten und eine diskriminierende Präventionspolitik sowie den Assimilationsdruck ihnen gegenüber abzulehnen.“
Rolf Verleger, Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost
PE: Ein Jüdisches Schiff nach Gaza verlässt den Hafen von Zypern
Ein Schiff, organisiert von jüdischen Gruppen weltweit und beladen mit Hilfsgütern für die Bevölkerung Gazas, hat den Hafen von Zypern heute, am Sonntag, dem 26. September 2010 um 13.30 Uhr Ortszeit verlassen.
Das Schiff mit dem Namen Irene (Frieden) segelt unter britischer Flagge und hat einschließlich der Crew 10 Personen an Bord. Unter ihnen befinden sich Juden aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Israel, sowie zwei britische Journalisten.
Zum Zeitpunkt einer Krisensituation der Friedensgespräche fordern Juden und Israelis die Beendigung der Blockade und der Okkupation.
Die Schiffsfracht besteht aus in Gaza dringend benötigten Hilfsgütern wie Kinderspielzeug, Schulbüchern, Fischernetzen für die Fischer von Gaza und Prothesen für die orthopädische Behandlung in dortigen Krankenhäusern. Diese Hilfe kann jedoch wegen der Größe des Boots nur symbolischen Charakter haben.
Westergaard Ehrung: Merkel verspielt Vertrauen bei den Muslimen
13.09.2010- Die Würdigung des Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt nicht nur bei muslimischen Verbänden auf Kritik. Selbst der Stimmen aus der FDP findet mahnende Worte.
Heftige Regenfälle im Norden Pakistans forderten bisher mehr als 1.800 Menschenleben. Insgesamt sind 14 Millionen Menschen von der Flutkatastrophe betroffen. Die UNO sagte sogar, diese Flut sei schlimmer als der Tsunami im Jahr 2004. Spenden Sie bitte, um den Notleidenden zu helfen: www.islamicrelief.de oder www.muslimehelfen.org
Zentralrat der Muslime in Deutschland wählt neuen Vorstand
Der bisherige Generalsekretär Aiman Mazyek ist neuer Vorsitzender
Köln, 19.09.2010 – Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat am Sa, den 18.09.2010 in seiner Vertreterversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Mit 9 zu 6 Stimmen bei einer Enthaltung setzte sich der bisherige Generalsekretär Aiman Mazyek gegen den Vorsitzenden Dr. Ayyub Axel Köhler durch. Köhler wird als Mitglied des Beirates den Zentralrat weiterhin unterstützen.
Neu in den Vorstand gewählt wurde der Theologe Mustafa ef. Hadzic. Der Imam der bosnischen Gemeinde in Köln, die Mitglied der „Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland – Zentralrat“ ist, übernimmt die Stellvertreterposition.
Als neue Generalsekretärin und ebenfalls neu im Vorstand wurde die bisherige Pressereferentin und Rechtsanwältin Nurhan Soykan gewählt.
Wie bisher gehören zu den weiteren Mitgliedern des Vorstandes Yakup Tufan (ATIB) und Burhan Dag (IZH). Tufan behält den Posten des ersten Stellvertreters und Herr Dag den des Beisitzers einnehmen.
Als Verantwortlicher für die Buchhaltung wurde der Vorsitzende des Freien Verbandes der Muslime FVM e.V. und Diplomkaufmann Randolf Hamza Wördemann von der Vertreterversammlung ernannt.
Verdienste von Ayyub Köhler hervorgehoben
In seiner kurzen Ansprache versprach der neue Vorsitzende Aiman Mazyek, dass er sich in seiner Amtszeit verstärkt der Arbeit der inneren strukturellen Einheit des Zentralrates wie auch der Einheit der Muslime in Deutschland zuwenden will. Weitere Schwerpunkte werden der Ausbau des theologischen wissenschaftlichen Gutachterrates des Verbandes sein und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Basis der muslimischen Gemeinde sein.
Mazyek hob insbesondere die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden Ayyub Köhler hervor, die er sich bei der Arbeit um den ZMD erworben hat, und dankte ihm im Namen der Vertreterversammlung für sein langjähriges Engagement. www.islam.de
Islamkonferenz - “Deutsche Muslime und auch Migranten haben etwas Besseres verdient.”
"Wir haben bisher kaum greifbare Ergebnisse. (...) Es zeigt, dass das weiterhin ein Debattierclub ist, vielleicht sogar mancherorts eine Art verkappte Sicherheitskonferenz." - Interview mit dem Zentralratsvorsitzenden Aiman Mazyek in den Deutsch-Türkischen Nachrichten.
Jesus, der im Islam einen Ehrenplatz hat, wie auch der Prophet Mohammad und alle anderen Propheten – Friede sei auf ihnen allen – sind gekommen, den Frieden in der Gemeinschaft wieder herzustellen. Und so sollte auch unser Wetteifern, dem Frieden mit Gott, mit unseren Mitmenschen und mit uns selber gelten.
Jesus – Friede sei auf ihm - würde uns heute raten, alle Anstrengungen zu unternehmen, damit wahre Gerechtigkeit geschieht, wo jeder Bürger eine echte und auch zweite Chance bekommt, er würde uns Barmherzigkeit vorleben, bis dass sich jeder sich wieder in der Obhut seiner Gesellschaft fühlt und er würde auch die Freiheit meinen, die im Stande ist, sich von den Fesseln materieller Abhängigkeiten zu befreien.
Wir brauchen jetzt mehr denn je ein stabiles politisches Berlin, damit unsere Gesellschaft nicht weiter auseinander driftet. Wir brauchen auch selbstbewusste Christen, die ihre Botschaft deutlicher als bisher den Menschen verstehbar machen und erklären, die sich für den Andersdenkenden und Andersaussehenden einsetzen und der Endsolidarisierung unserer Gesellschaft beherzt entgegen stellen. Wir Muslime wünschen uns das jedenfalls. Lassen sie uns in Zukunft daran gemeinsam arbeiten.
Ich wünsche ich Ihnen im Namen des Zentralrates der Muslime in Deutschland und von ganzen Herzen ein frohes Weihnachtsfest und Frieden, Gesundheit und Gottes Segen für das Jahr 2012.